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Schülerinnen erforschen sauerstoffarme Bereiche der Ostsee

Zwei 17-jährige Schülerinnen haben auf dem Forschungsschiff Aldebaran die sogenannten Todeszonen der Ostsee untersucht. Trotz des Sauerstoffmangels konnten sie überraschend vielfältiges Leben am Meeresgrund nachweisen.

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Ein bisschen Schlick und Algen – für uns Norddeutsche ist das ein normaler Strandurlaub. — Rocky, Chefkolumnist
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Zwei Schülerinnen des Gymnasiums Lerchenfeld haben im Rahmen des Meereswettbewerbs der Deutschen Meeresstiftung die sogenannten Todeszonen der Ostsee erforscht. Auf dem Forschungsschiff Aldebaran suchten sie vier Tage lang nach Lebensformen in den sauerstoffärmsten Bereichen des Meeres. Trotz der widrigen Bedingungen konnten die Jugendlichen am Meeresgrund verschiedene Lebewesen nachweisen.
Die beiden 17-jährigen Schülerinnen Jordis Klüver und Sienna Schaber wollten mit ihrer Forschungsreise klären, ob der Name Todeszone tatsächlich gerechtfertigt ist, wie die shz berichtet. Zudem wollten sie auf die Folgen von Überdüngung aufmerksam machen. Als Todeszonen gelten Meeresbereiche, die weniger als zwei Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser enthalten. Zum Vergleich: Als günstig gelten etwa sieben Milligramm, bereits ab vier wird es für die meisten Meereslebewesen kritisch. Diese Zonen entstehen vor allem durch Überdüngung, den Klimawandel und die dadurch begünstigten Algenblüten, deren Zersetzung nach dem Absterben den Sauerstoff am Meeresgrund aufbraucht. Doch selbst dort konnten die Schülerinnen während ihrer Reise unter anderem Seesterne, Muscheln, Würmer und Krebse nachweisen.

Erste Feldforschung auf der Ostsee

Für die beiden naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen war dies der erste direkte Kontakt mit wissenschaftlicher Feldforschung. Auf den Wettbewerb waren sie über ein Plakat aufmerksam geworden und konnten später im Auswahlverfahren die Jury von ihrem Projekt überzeugen. Vor Ort wurden sie von verschiedenen Meeresbiologen und Wissenschaftlern begleitet – darunter auch Mitgründer der Deutschen Meeresstiftung Frank Schweikert. Er hat den Wettbewerb bereits 2005 initiiert, um jungen Menschen Einblicke in die moderne Meeresforschung zu ermöglichen, und war bei dieser Expedition vor allem als Skipper, also Schiffsführer, dabei.

Herausforderungen und Laboranalysen

Das Projekt führte die Teilnehmer an verschiedene Messpunkte in der Nähe Eckernfördes, wo Sedimentproben vom Meeresboden entnommen und mit moderner Forschungstechnik untersucht wurden. Aufgrund der Wetterbedingungen musste die Route jedoch mehrfach angepasst und einige Ziele ganz gestrichen werden. Die gesammelten Proben wurden an Bord mit Mikroskopen untersucht, wobei schnell erste kleine Tierchen entdeckt wurden. Für aussagekräftige Ergebnisse müssen die Proben aus den Todeszonen jetzt noch in einem spezialisierten Labor in Rostock ausgewertet werden.

Technik und Alltag an Bord

Die technische Ausstattung des Segelschiffs ist beachtlich. „Die Aldebaran zählt zu den am dichtesten mit Medien- und Forschungstechnik ausgestatteten Segelschiffen weltweit“, so Frank Schweikert. Das Schiff wird regelmäßig modernisiert, und kilometerweise Kabel verlaufen durch seinen Rumpf. Für die Schülerinnen war dies anfangs gewöhnungsbedürftig. Trotz der engen Platzverhältnisse wurden die beiden Teilnehmerinnen von Tag zu Tag zu einem eingespielten Team. Neben der wissenschaftlichen Arbeit, dem Segelsetzen und dem Abwaschen gehörten auch gemeinsame Abende und Badestopps zu den Erfahrungen der viertägigen Reise. Besonders beeindruckt hat die beiden die Verantwortung bei der Arbeit mit den Sonden und dem Bergungsgerät. „Das würden wir jedem ohne Bedenken weiterempfehlen“, sind sie sich einig. Aus ihren Funden und Erfahrungen erstellen die Schülerinnen einen Abschlussbericht, der von der Fachjury bewertet und später auf der Wassersportmesse „Boot“ vorgestellt wird.

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