Neue E-Ladestation am Flugplatz Rendsburg-Schachtholm in Betrieb
Dank einer neuen E-Ladestation am Flugplatz Rendsburg-Schachtholm können Elektroflugzeuge nun auch Überlandflüge an die Nordsee absolvieren. Das Land Schleswig-Holstein sieht in der E-Fliegerei die Zukunft und stellt Förderungen in Aussicht.
Die E-Fliegerei in Schleswig-Holstein ist um eine Attraktion reicher, wie Susanne Henckel, Staatssekretärin vom Landesministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, nach ihrem ersten Flug betont. Sie absolvierte den Flug in einer „Pipistrel Velis Electro“ von Neumünster nach Schachtholm an der Seite von Fynn Lemke, Fluglehrer und Pilot. Für die Staatssekretärin steht fest: „Der E-Fliegerei gehört die Zukunft.“ Das Flugerlebnis in einem Elektroflugzeug sei „fantastisch, weil sehr leise, geruchlos und so ganz unmittelbar“, schwärmte Henckel. Da keine klimaschädlichen Kraftstoffe benötigt werden, ist das Fliegen ohne „Flugscham“ möglich. „Der Strom, den wir vor dem Abflug in Neumünster getankt haben, stammt aus Solarzellen“, bemerkte Susanne Henckel laut einem Bericht der shz.
Infrastruktur und Begeisterung für die E-Fliegerei
Auf der Terrasse des Flugplatzrestaurants „Himmelsstürmer“ wartete Peter Harry Carstensen, ehemaliger Ministerpräsident, auf die Staatssekretärin. Er stellte fest: „Auch hier rund um den Flugplatz Schachtholm wird viel Strom durch Windkraftanlagen produziert“. Carstensen ist bereits seit fast einem Jahr ein überzeugter Fan dieser Technologie: „Im vergangenen Herbst durfte ich in Neumünster mal in einem E-Flugzeug mitfliegen – und war spontan begeistert.“Der Flugsportclub Neumünster gilt landesweit als Vorreiter im E-Flugbetrieb. In Kooperation mit den Stadtwerken Neumünster wurde im September 2025 ein „Velis Electro“-Flugzeug des slowenischen Herstellers Pipistrel angeschafft. „Seitdem schulen wir auf der Velis und integrieren die zunehmende E-Fliegerei in unseren Flugplatzalltag“, berichtete Fynn Lemke.
Die neue E-Ladestation auf dem Flugplatz Schachtholm wurde Ende April auf Anregung von Peter Harry Carstensen aufgestellt. Für die Neumünsteraner Flugschüler ist dies ein großer Fortschritt. „Vorher konnten wir nur rund um die Stadt unsere Runden drehen – und jetzt können wir auch zu Überlandflügen starten“, freut sich Lemke. Auch Jarne Köpping, stellvertretender Geschäftsleiter des Verkehrslandeplatzes Rendsburg-Schachtholm, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Fast täglich kommen nun schon E-Flieger zum Stromtanken zu uns“. Diese Gäste stammen fast ausschließlich aus Neumünster. Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein nur zwei E-Sportflugzeuge: eines in Neumünster und eins auf Sylt.
Ausbau des Ladenetzes und finanzielle Förderung
Bislang existieren landesweit fünf E-Ladestationen auf Flugplätzen: drei fest installierte in Schachtholm, Husum und auf der Insel Föhr sowie zwei mobile in Neumünster und auf Sylt. Peter Harry Carstensen hofft auf eine rasche Verbesserung der Infrastruktur: „Das ist wie bei den Elektroautos – wenn nicht genug Ladesäulen vorhanden sind, gibt es auch keine Nachfrage.“ Er verweist auf andere Regionen: „Bayern unterstützt die Infrastruktur und die Firmen im Bereich der E-Fliegerei mit Millionenbeträgen, und auch in Schleswig-Holsteins chinesischer Partnerprovinz Zhejiang passiert in dieser Hinsicht extrem viel.“Unterstützung signalisiert auch das Land. „Wir fördern gern zusätzliche E-Lademöglichkeiten auf kleinen Flugplätzen“, betonte Susanne Henckel. Flugplatzbetreiber können Förderanträge an das Landesministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur richten. Die Staatssekretärin erklärte: „Ich sehe hier auch eine Chance, dass die kleinen Sportflugplätze in unserem Land eine Zukunft haben, wenn sie in die E-Infrastruktur investieren.“
Für Peter Harry Carstensen hat die Entwicklung historische Bedeutung: „Die erste deutsche Eisenbahn fuhr 1835 zwischen Nürnberg und Fürth – und heute kann man mit dem E-Flugzeug von Neumünster nach Föhr fliegen.“