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Internationale Kunstausstellung „Ancestrality“ in der Burg zu Hagen

40 Kunstschaffende aus Lateinamerika und Südeuropa präsentieren in der Burg zu Hagen ihre Werke zum Thema Herkunft und Identität. Die Ausstellung läuft bis zum 25. Oktober.

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Wurzeln zeigen? Bei uns im Norden heißt das einfach: Butter bei die Fische. — Rocky, Chefkolumnist
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In der Burg zu Hagen präsentieren 40 Kunstschaffende aus 13 Ländern Süd- und Mittelamerikas sowie aus Portugal und Spanien ihre Werke in der Ausstellung „Ancestrality“. Die Präsentation entstand unter Mitwirkung der brasilianischen Partnerin Ellora Atelié. Die Ausstellung befasst sich mit der Bewahrung von Erinnerung, Identität und Herkunft und läuft bis zum 25. Oktober.
Kuratorin Angela Barbour lädt mit der Ausstellung dazu ein, sich mit der eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. „Sie soll Künstlerinnen, Künstler und Publikum dazu einladen, in die tiefen Schichten von Erinnerung, Identität und Herkunft einzutauchen“, sagt Barbour, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Installationen, Performances, Künstlerbücher, Fotografien, Videos und Skulpturen sowie Arbeiten mit organischen und experimentellen Materialien zeigen, wie Erinnerung verkörpert, rekonstruiert und neu gedacht werden kann. Der Begriff „Ancestrality“ lässt sich laut Barbour nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen, da die Bezeichnung im Englischen sowohl poetisch als auch philosophisch verwendet wird. „Vielmehr beschreibt der Begriff die Verbindung zu unseren Ursprüngen und zu den Geschichten, Erinnerungen, Erfahrungen und Spuren, die wir von früheren Generationen mittragen“, sagt die Kuratorin. Dabei gehe es nicht nur um die familiäre Herkunft, sondern auch um das kulturelle Gedächtnis und die Frage, wie die Vergangenheit im heutigen Leben weiterwirke.

Verbindung zu den Ursprüngen

Die chilenische Künstlerin Rosita Moya präsentiert eine Serie aus mit fünf Arbeiten. Ausgehend vom symbolischen und kulturellen Erbe der Anden schafft sie visuelle Erzählungen, die Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und zeitgenössischen Ausdruck miteinander verbinden. „Meine Werke sind ein Zusammenspiel von Formen, Texturen und Materialien. Sie laden zum Zuhören ein, was die Leinwand verschweigt, um Sinne, Erinnerungen und Emotionen zu aktivieren“, erklärt Moya.

Künstlerische Perspektiven auf Natur und Herkunft

Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Barbour stehen Erinnerung, Materialität und Transformation. Mit Performance, Installation, Fotografie, handgeschöpftem Papier und experimentellen Materialprozessen schafft sie poetische Räume. Die Brasilianerin Lourdes Sakotani wiederum wuchs in enger Verbundenheit mit der Natur auf. Diese Wahrnehmung bildet heute die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens. In ihrem Objekt „Outono“ setzt sich Sakotani kritisch mit der beschleunigten ökologischen Zerstörung auseinander. Ihre Arbeit zeigt melancholisch, was von der natürlichen Welt zurückbleibt: aus Metall geformte Äste und Blätter, die nur noch als gedruckte Erinnerung auf Papier bewahrt sind. Die Künstlerin richtet den Blick damit auf Veränderungen, Verluste und die Spuren, die sie hinterlassen.

Heimische Pflanzen und internationale Auswahl

Auch Carolina Oltra Thennet, eine chilenische bildende Künstlerin mit Wohnsitz in Deutschland, ist in der Ausstellung vertreten. Ihre Arbeit untersucht mit Fotografie, Installation und Mixed Media die Verbindungen zwischen Natur, Erinnerung, Migration und Territorium. In der Ausstellung zeigt sie Werke aus ihrer Serie „Imaginary Plant“. Inspiriert sind sie von der in Chile heimischen Pflanze „Puya chilensis“, die zum Symbol für Zugehörigkeit, Verdrängung und Resilienz wird. Über einen QR-Code ist „Music of the Plant“ abrufbar. Zu hören sind vibrierende Rhythmen, die nach den Worten der Künstlerin ähnlich wie Erinnerungen eine eigene Resonanz erzeugen. Eine Installation von Andrea Barbour aus Brasilien ist ebenfalls in der außergewöhnlichen Ausstellung zu sehen.Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler wurden im Rahmen eines internationalen „Open Call“, einer öffentlichen Ausschreibung, ausgewählt. Ihre Werke begreifen Wurzeln nicht als etwas Starres, sondern als etwas, das sich ständig bewegt – geprägt von Migration, Zeit, Umgebung und Wandel. Viele Arbeiten bestehen aus wiederverwendeten Materialien, handgeschöpftem Papier und Naturfasern oder entstanden durch biobasierte Verfahren. „In einer Welt, die von ständiger Bewegung und Entfremdung geprägt ist, schlägt ‚Ancestrality‘ eine Rückkehr vor – nicht in die Vergangenheit, sondern zu einem bewussteren Wahrnehmen“, ist Barbour überzeugt. Die Burg ist mittwochs bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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