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Auto Club Europa testet unbewirtschaftete Rastplätze im Norden

Der Auto Club Europa (ACE) nimmt unbewirtschaftete Rastanlagen in Norddeutschland unter die Lupe. Während einige Plätze durch Sauberkeit überzeugen, fallen andere aufgrund mangelhafter Toiletten durch.

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Moin. Bei manchem Rastplatz-Klo bleibt man doch lieber gleich im Auto sitzen. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Auto Club Europa (ACE) führt in Norddeutschland regelmäßige Kontrollen auf unbewirtschafteten Rastplätzen durch. Während der Sommerferien sind die Autobahnen im Norden besonders stark frequentiert, weshalb saubere Pausenmöglichkeiten für Reisende an Bedeutung gewinnen. Die Ergebnisse der Prüfer reichen dabei von vorbildlichen Anlagen bis hin zu gravierenden hygienischen Mängeln.
Auf den Autobahnen in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein herrscht seit dem Beginn der Sommerferien reger Reiseverkehr, insbesondere auf den Nord-Süd-Verbindungen A1 und A7. Für die notwendigen Pausen steuern viele Autofahrer unbewirtschaftete Rastplätze an, die lediglich über Bänke, Tische und ein Toilettenhäuschen verfügen. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, führen Regionalbeauftragte Nord Rüdiger Rohlf und Felix Tiemann gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern wie Friedhelm Stach unangekündigte Kontrollen auf diesen Anlagen durch. Der ACE vertritt bundesweit rund 600.000 Mitglieder und nimmt die rund 1.500 nicht bewirtschafteten Rastanlagen in Deutschland ins Visier.

Hygienische Mängel an Toilettenanlagen

Besonders die sanitären Anlagen erweisen sich bei den Überprüfungen häufig als Problemzone. „Wir sehen und bewerten immer nur den aktuellen Zustand“, betont Rohlf. Der Zustand hänge stark von den Reinigungsintervallen und dem Verhalten der Nutzer ab. „Selbst die sauberste Toilette bringt nichts, wenn sich auch nur ein Reisender danebenbenimmt“, sagt Rohlf, der seit 25 Jahren für den ACE aktiv ist. Sobald Müll auf dem Boden liege, sinke die Hemmschwelle für Nachfolgende. „Wenn erst einmal was auf dem Boden herumliegt, ist die Hemmschwelle für die nächsten WC‑Besucher, etwas fallen zu lassen, deutlich geringer“, erzählt Rohlf. Neben absichtlichen Verschmutzungen durch Zigarettenkippen, Taschentücher und Pappbecher stellt er fest: „Es gibt kaum etwas, was es nicht schon gab“. Dies führe dazu, dass manche Reisende die umliegenden Büsche nutzen. „An manchen Rastplätzen sieht man bereits die Trampelpfade“, berichtet Rohlf.

Bewertungssystem und Nachkontrollen

Die Bewertung der Rastplätze erfolgt anhand eines standardisierten Erhebungsbogens, der neben den Toiletten auch Kriterien wie Mülltrennung, das Vorhandensein von Tischen, funktionierende Außenbeleuchtung, Hundewiesen und Lärmschutzwände umfasst. Erreicht eine Anlage weniger als acht von 17 möglichen Punkten, gilt sie als durchgefallen. Dies traf kürzlich auch auf den ebenfalls kontrollierten, gegenüberliegenden Rastplatz „Thünen Ost“ und nun auch auf „Thünen West“ zu, der mit sieben Punkten die Kontrolle nicht bestand. „Das heißt für uns, dass wir sie noch einmal überprüfen werden, um zu sehen, ob die Mängel beseitigt wurden“, erzählt Tiemann. Bei schwerwiegenden Mängeln wird die Betreibergesellschaft Autobahn GmbH informiert. Schließungen von Rastplätzen aufgrund von Mängeln habe Tiemann jedoch noch nicht erlebt.

Große Unterschiede im Ländervergleich

Die Bandbreite der Zustände ist enorm. Als Negativbeispiel gilt die Anlage „Mahndorfer Marsch“ an der A1 bei Bremen. „Hier riecht es beim Aussteigen schon nach Fäkalien und das Toilettenhäuschen ist widerlich“, erzählt Rohlf. In der Presse wurde die Anlage vor Jahren als „Deutschlands dreckigste Autobahn-Toilette“ bezeichnet. Das dortige Toilettenhäuschen soll bis 2030 erneuert werden. Ein positives Gegenbeispiel ist der Rastplatz „Ostseeblick“ vor Fehmarn, der mit Picknickflächen, Fitnessgeräten und Solarsanitäranlagen die volle Punktzahl erreichen würde. „Hier stimmt wirklich alles“, betont Rohlf und fügt hinzu: „Ein Rastplatz dient schließlich der Erholung“. Ein bundesweiter Vergleich des ACE aus dem Jahr 2022 verdeutlicht die regionalen Qualitätsunterschiede in den Kategorien Verkehrssicherheit, Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit sowie Sauberkeit. Während Mecklenburg-Vorpommern bei der Verkehrssicherheit (91 Prozent) und der Sauberkeit (82 Prozent) Spitzenwerte erzielte, belegte Bremen mit 54 Prozent bei der Verkehrssicherheit, 48 Prozent bei der Familienfreundlichkeit und 44 Prozent bei der Sauberkeit jeweils den letzten Platz im Bundesvergleich. Bei der Barrierefreiheit erreichten Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und das Saarland jeweils die vollen 100 Prozent.

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