Mehr Schlick in der Weser? Da können wir ja gleich im Fluss wattwandern.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Das Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung plant für Samstag, 29. August, eine neue Protestaktion in Nordenham. Unter dem Motto "Die Geister, die ich rief" soll ein "Blaues Band" als Menschenkette sowie eine Bootsdemonstration ein Zeichen gegen die Vertiefungspläne setzen. Es ist bereits die dritte Aktion dieser Art, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Treffpunkt für alle, die an der Aktion teilnehmen möchten, ist der Nordenhamer Bahnhofsvorplatz, wo um 14.30 Uhr eine Kundgebung beginnt. Die Bootsdemo auf der Weser startet am selben Tag um 15 Uhr in Höhe Union-Pier. Das Bündnis, das im Wesentlichen von der Kreisgruppe Wesermarsch des BUND und dem Verein Weserschutz getragen wird, bittet die Teilnehmenden, Plakate und Banner mitzubringen und in Geisterkostümen zu erscheinen. Bereits im September 2021 bildeten rund 500 Gegner der Weservertiefung ein erstes blaues Band, im Mai 2022 folgten rund 300 Menschen dem Protestaufruf.
Folgen der bisherigen Flussvertiefungen
Nach Angaben des Aktionsbündnisses zeigen die bisherigen Vertiefungen der Weser erhebliche negative Folgeerscheinungen. Dazu gehöre eine zunehmende Verschlickung der Randbereiche, die mittlerweile Gebiete bis zur Flussinsel Harriersand betreffe. Badeplätze, Industrieanleger und kleine Sportboothäfen wie in Absersiel in der Gemeinde Stadland verschwinden unter dicken Schlickschichten. "Die Schlammgeister sind real", heißt es dazu vom Aktionsbündnis. Zudem verschiebe sich die Brackwasserzone immer weiter flussaufwärts, was Organismen belaste und durch die Ansiedlung von Holzbohrmuscheln bereits den Bremerhavener Fähranleger beschädigt habe. Auch die Versalzung von Süßwassergräben im Binnenland beeinträchtige das Vieh, das das Grabenwasser kaum noch trinken könne.
Gefahren für Gebäude und Natur
Die veränderte Strömungsdynamik führt laut dem Bündnis zu schneller und höher auflaufenden Hochwassern, wodurch Bremen und Oldenburg überschwemmungsgefährdet seien. Während Brutgebiete regelmäßig überflutet würden, sinke bei stark ablaufendem Niedrigwasser das Grundwasserniveau, was zu Setzungen und Rissen an Häusern führe. Zudem verschwinden Flachwasserzonen und damit Fischlaichgebiete. Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen die Weservertiefung Annette Chapligin umreißt das Ziel der Aktion: "Kurz vor der niedersächsischen Kommunalwahl möchten wir klarmachen: So darf es nicht weitergehen - keine weiteren Weservertiefungen! Unsere Häfen in Bremerhaven und Brake brauchen eine durchdachte Zukunft, aber Vertiefungen brauchen wir dafür nicht."
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