Meldung ✓

Zwischen Kiel und Kantabrien: Andoni Izaguirre über spanischen Fußball und das WM-Finale

Der 23-jährige Verbandsliga-Spieler Andoni Izaguirre blickt vor dem WM-Finale auf die Unterschiede zwischen dem Fußball in Deutschland und seiner spanischen Heimat zurück.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Technik oder Kampf? Hauptsache, nach dem Abpfiff gibt es ein kühles Blondes an der Förde. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Zwischen Kiel und Kantabrien: Andoni Izaguirre über spanischen Fußball und das WM-Finale
Illustration: KI-generiert
Der spanische Fußballspieler Andoni Izaguirre vom SVE Comet Kiel blickt vor dem anstehenden Weltmeisterschafts-Finale auf die Unterschiede zwischen dem Fußball in seiner Heimat und Deutschland. Der 23-Jährige, der im Alter von 14 Jahren an die Förde kam, vergleicht die Spielkulturen beider Länder und drückt der spanischen Nationalmannschaft die Daumen. Im Endspiel trifft Spanien am Sonntag auf den Titelverteidiger Argentinien.
Für den heute 23-jährigen Andoni Izaguirre Pena, der seit Juli 2025 für den SVE Comet Kiel in der Verbandsliga aufläuft, hat der Fußball in seiner spanischen Heimat einen enormen Stellenwert. „Fußballprofi zu werden, ist der Traum von nahezu jedem spanischen Kind – und es ist charakteristisch, dass viele Eltern versuchen, ihren kleinen Kindern diese Sportart näherzubringen und dafür zu sorgen, dass sie am Ball bleiben.“ Seine Heimat verließ er als 14-Jähriger: „Wir sind nach Kiel gezogen, wo meine Mutter eine Arbeit gefunden hatte“, erinnert sich Izaguirre, wie die shz berichtet.

An der Förde fühlt sich Izaguirre „wirklich wohl“. Über Santander, wo er im Frühjahr 2003 auf die Welt gekommen war, sagt er jedoch: „Das ist meine Heimat.“ Meist zweimal pro Jahr reist der Spanier nach Kantabrien: „Dort besuche ich meine Familie und Freunde von früher.“ Mit der spanischen Nationalmannschaft fiebert er bei der Weltmeisterschaft mit. „Am Anfang hat sich das Team schwer getan – dann lief es immer besser“, sagt Izaguirre mit Verweis darauf, dass „La Furia Roja“ im ersten Gruppenspiel nur ein 0:0 gegen Fußballzwerg Kap Verde erreicht hatte, aber am Sonntag, 19. Juli, im WM-Finale auf Argentinien trifft (21 Uhr/New York).

Prognose für das WM-Finale


„Es wird auf jeden Fall ein umkämpftes Duell“, prognostiziert Izaguirre das Spiel gegen den Titelverteidiger. „Für beide Mannschaften wird es ein hartes, schweres Spiel, das durch Kleinigkeiten entschieden werden dürfte.“ Der 23-Jährige ergänzt, er würde „natürlich auf einen Sieg für Spanien tippen“, und sagt ein 2:1 oder 3:2 als Ergebnis voraus. „Ich erwarte ein knappes Spiel – und ich hoffe wirklich sehr, dass unsere Jungs den Pokal nachhause holen.“ Sollten die Iberer, die vor zwei Jahren zum vierten Mal Europameister geworden waren, den Titelverteidiger Argentinien entthronen, wäre es für sie der zweite WM-Titel nach 2010.

Damals hatte Andres Iniesta in der 116. Minute das 1:0-Siegtor gegen die Niederlande erzielt. „Er ist mein Idol, mein Lieblingsspieler“, sagt Izaguirre über den heute 42-Jährigen, der seine aktive Laufbahn 2024 beendet hatte. „Ich habe seine Karriere und seine Leistungen sehr aufmerksam verfolgt – ich habe es einfach geliebt, wie er gespielt hat“, lobt Izaguirre sein Vorbild, das als Zwölfjähriger in die Jugend des FC Barcelona gewechselt und von 2001 bis 2018 Profi bei „Barca“ gewesen war. Barcelona ist zugleich der absolute Lieblingsclub von Izaguirre. In Deutschland sympathisiert er mit Borussia Dortmund und Holstein Kiel: „Ich bin in jeder Saison vier-, fünfmal live im Holsteinstadion dabei.“

Unterschiede im Spielstil


In seiner Jugend spielte Izaguirre beim Club Deportivo Monte sowie nach dem Umzug beim TuS Schwarz-Weiß Elmschenhagen und Inter Türkspor Kiel. Unterschiede zwischen dem Fußball in Spanien und Deutschland sieht er nur bedingt: „Viele Dinge sind sehr ähnlich – auch in Spanien wird auf Kunst- und Naturrasen gekickt.“ Zudem werde in beiden Ländern „in vielen Amateurvereinen sehr professionell gearbeitet“ und auch das Zuschaueraufkommen bei Amateurspielen sei „relativ ähnlich“. Einen entscheidenden Unterschied nennt er jedoch: „In Spanien zählt vor allem die Technik, dort wird mehr Fußball gespielt, während in Deutschland verstärkt gekämpft und Wert auf Körperlichkeit gelegt wird.“

Zukunft beim SVE Comet Kiel


Davon, dass Izaguirre die Tugenden aus beiden Ländern miteinander vereint, profitierten im Herrenbereich in den vier zurückliegenden Spielzeiten Inter Türksport Kiel II, die TSG Concordia Schönkirchen, der TSV Bordesholm und der SVE Comet Kiel, mit dem Izaguirre im Mai aus der Landesliga Schleswig abstieg. „Leider war ich in der letzten Saison sehr oft verletzt“, sagt der Rechtsaußen, der mit rechts wie links schießen kann und „in der neuen Spielzeit auf die Chance hofft, häufiger auf dem Platz zu stehen“. Trotz des Abstiegs bleibt er dem Club aus Kiel-Wellingdorf treu und äußert sich zur Zielsetzung in der Verbandsliga Ost: „Wir haben viele Neuzugänge, darunter viele junge Spieler, weshalb wir uns erst einmal als Mannschaft finden müssen.“ Den sofortigen Wiederaufstieg will der Spanier nicht als Ziel ausgeben – wenngleich nahezu jeder Fußballer davon träumt, Meister zu werden.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr