Rettungshundestaffeln auf Sylt aufgelöst: Alternative Suchkonzepte im Fokus
Nach der Auflösung der beiden Rettungshundestaffeln auf Sylt stellt sich die Frage nach der Personensuche. Drohnen, die Wasserwacht und Seenotretter sichern künftig die Rettungseinsätze auf der Insel.
Dass auf Sylt ein Mensch vermisst wird, ist eher selten der Fall. Wenn dieser Ernstfall jedoch eintritt – wie beispielsweise im Juli 2024, als ein fünfjähriges Mädchen abgängig war –, war zumeist eine der beiden Sylter Rettungshundestaffeln an der Suche beteiligt. Innerhalb eines Zeitraums von neun Monaten haben sich nun jedoch beide Staffeln aufgelöst, wie die shz berichtet.
Gründe für das Aus der Hundestaffeln
Fast zehn Jahre lang stand die Johanniter-Rettungshundestaffel Sylt bei Suchen sowie bei den regelmäßigen Trainings bereit. Im vergangenen Sommer wurde die Einheit nach eigenen Angaben „aufgrund interner Umstrukturierungen der Johanniter-Unfall-Hilfe aufgelöst“.
Vor Kurzem gab auch die im Jahr 2007 gegründete DRK-Rettungshundestaffel Sylt ihre Auflösung bekannt. Man tue dies mit großem Bedauern, doch die Gründe seien vielfältig: „Einige Mitglieder haben zeitintensive Hobbys, andere Jobs, die keine Zeit für das Training lassen, und anderes mehr.“ Seitens des DRK verbleibt jedoch ein Funken Hoffnung: „Wer weiß, was die Zukunft bringt“.
Neue Initiativen und Drohnentechnik
Als Nachfolge haben Mitglieder der ehemaligen Johanniter-Rettungshundestaffel die „Rettungshundestaffel Sylt/Nordfriesland“ gegründet. Diese kooperiert mit dem privat geführten Sylter Mantrailing-Team, welches regelmäßig Kurse für Sylter und Urlauber anbietet, bei denen Hunde lernen, der Spur einer Person zu folgen.
Eine wichtige Rolle bei der Personensuche hat zudem die Drohnenstaffel des DRK Westerland übernommen. Ausgestattet mit Wärmebild- und Zoomkamera ermöglicht es eine moderne Drohne, Menschen in unübersichtlichem Gelände, etwa an weitläufigen Stränden oder in den Dünengebieten, schnell aufzuspüren.
Wasserrettung und Seenotretter
Die Drohnenstaffel unterstützt auch die DRK-Wasserwacht, wenn diese etwa abgetriebene Schwimmer oder Surfer sucht. Für die Einsätze stehen sogenannte „Rescue Water Crafts“ – wendige und schnelle Wasserfahrzeuge, die auch in schwerer Brandung effektiv eingesetzt werden können – sowie für längere Einsätze ein Motorrettungsboot zur Verfügung.
Durch regelmäßige Trainings- und Ausbildungseinheiten bereiten sich die Mitglieder der Wasserwacht gründlich auf den Ernstfall vor. Dazu zählen auch Übungen mit Partnern wie etwa der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Diese ist auf Sylt in List und in Hörnum präsent und rückt unter anderem bei Suchaktionen auf dem Meer aus.
Im Lister Hafen liegt der 20 Meter lange Seenotrettungskreuzer „Pidder Lüng“. Sein Revier umfasst das Grenzgebiet zu Dänemark ebenso wie das Wattenmeer und die offene Nordsee. Im Hörnumer Hafen ist das Seenotrettungsboot „Horst Heiner Kneten“ stationiert. Das wendige, zehn Meter lange Boot ist speziell für die flachen Wattengebiete zwischen Sylt und Amrum ausgelegt.