Hohe Nachfrage nach Schrebergärten in Schleswig-Holstein hält an
Gestiegene Lebensmittelpreise bewegen immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein zum eigenen Obst- und Gemüseanbau. Besonders Familien zieht es in die Kleingärten, während die Vereine vor neuen Herausforderungen stehen.
Die gestiegenen Lebensmittelpreise sind laut dem Landesverband ein wesentlicher Treiber für das anhaltende Interesse an Schrebergärten. Wie die Tagesschau berichtet, haben in den vergangenen Jahren Faktoren wie hohe Energiekosten, eine unsichere weltpolitische Lage, Fachkräftemangel sowie klimabedingte Missernten nach Einschätzung der Verbraucherzentrale zu einer Verteuerung von Lebensmitteln geführt. "Wer eigenes Obst und Gemüse erntet, spart bares Geld und profitiert von frischen Lebensmitteln aus dem eigenen Garten", erklärte Geschäftsführer des Landesverbands der Kleingartenvereine Schleswig-Holsteins Thomas Kleinworth.
Besonders im Hamburger Umland ist die Nachfrage nach Parzellen hoch, sodass Interessierte je nach Lage bis zu zwei Jahre auf einen freien Garten warten müssen. Schneller geht es für diejenigen, die bereit sind, Arbeit in ein sanierungsbedürftiges Objekt zu stecken. Laut Angaben des Verbands sinkt zudem das Durchschnittsalter der Pächter. "Vor allem Familien entdecken den Kleingarten für sich", so Kleinworth. Zudem böten die Gärten Zugewanderten ein Stück Heimat; Menschen aus rund 80 Nationen seien in den schleswig-holsteinischen Anlagen aktiv.
Ökologischer Anbau und verändertes Wetter
Beim Gemüseanbau im Pachtgarten zeigt sich ein Wandel hin zu mehr Vielfalt statt reiner Erntemenge. Auch der ökologische Anbau gewinnt nach Angaben des Landesverbands an Bedeutung. Erschwert wird die Bewirtschaftung jedoch durch das "neue Wetter" mit Starkregen oder langen Trockenphasen. Themen wie Wasserspeicherung und an das Klima angepasste Pflanzen rücken daher zunehmend in den Fokus.
Konkurrenz um Flächen und Nachwuchssorgen
Trotz der hohen Nachfrage stehen einige Gartenanlagen im Wettbewerb um knappe Flächen. Der Städteverband Schleswig-Holstein weist darauf hin, dass Kleingärten durch Wohnungsbau oder andere städtebauliche Projekte unter Druck geraten können, wie es bereits in Lübeck, Flensburg oder Schleswig der Fall ist. Dennoch betont der Verband die Bedeutung der Anlagen. "Neben Erholung und Selbstversorgung leisten Kleingärten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität, zum Stadtklima sowie zum sozialen Zusammenhalt", erklärte Marc Ziertmann vom Städteverband Schleswig-Holstein.
Eine weitere Baustelle der Vereine ist der Nachwuchsmangel in den Vorständen. "Wir versuchen die neuen Ehrenamtler mit unserem Seminarwesen gut auf diese Aufgaben vorzubereiten und hoffen, den Vereinen so zu helfen", berichtet Geschäftsführer des Landesverbands Kleinworth. Er betont abschließend den Wert des Gartenbaus: "Es macht glücklich und spart einen Haufen Geld", so Kleinworth.