Sicherheitsregeln und Verbote für Stand-up-Paddling in Schleswig-Holstein
Wegen steigender Unfallzahlen beim Stand-up-Paddling in Schleswig-Holstein haben Rettungsorganisationen und Verbände Verhaltensregeln aufgestellt. Zudem weisen Behörden auf bestehende Befahrungsverbote hin.
Wie die Tagesschau berichtet, ist Stand-up-Paddling mittlerweile keine Nischensportart mehr. Mit der Verbreitung der Sportart seien jedoch auch das Risiko und die Unfallgefahr gestiegen.
Laut André Tschirner, Präsident des schleswig-holsteinischen Landesverbands der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), sind im Jahr 2026 in Schleswig-Holstein mindestens drei Personen bei SUP-Ausflügen tödlich verunglückt. Zusammen mit dem Deutschen Kanu-Verband, dem Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS) und der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes hat die DLRG daher zehn Tipps für mehr Sicherheit ausgearbeitet. Diese umfassen unter anderem, das Paddeln beim Experten zu lernen, sicher zu schwimme, die Tour zu planen, das Wetter im Blick zu behalten und die richtige Kleidung zu tragen. Zudem wird geraten, Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und die eigene Ausrüstung zu pflegen.
Befahrungsverbote und Naturschutz
Welche Gewässer in Schleswig-Holstein mit SUPs befahren werden dürfen, regelt laut Landespolizei die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Demnach ist das Befahren von Fährwassern in Seeschifffahrtsstraßen mit SUPs verboten. Zudem gelten Umweltschutzregeln: Auf den ersten Kilometern der Alster bis Wakendorf II beziehungsweise Kayhude-Naherfurth im Kreis Segeberg sowie auf dem Garrensee im Kreis Herzogtum Lauenburg sind SUPs nicht erlaubt. Verbände und Polizei empfehlen, sich vorab vor Ort über Befahrungs- und Uferanlandungsverbote zu informieren. SUP-Referent Lars Werner vom Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein verweist zudem auf den nötigen Abstand zu Schilfgürteln und Vogelgruppen, insbesondere während der Brut- und Setzzeit.
Gefahren durch Wind und Wetter
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) warnt davor, Wind und Wetter zu unterschätzen. Sprecher der DGzRS erklärt auf Anfrage, dass Nord- und Ostsee zu den anspruchsvollsten Wassersportgebieten der Welt gehören. Bei Wind, Wellen und Kälte sei viel Kraft und Kondition nötig. Selbst wenige Meter vom Ufer entfernt kann ablandiger Wind eine sichere Rückkehr verhindern und Rettungseinsätze auslösen.
Die DLRG weist zudem auf die Vorbereitung der Ausrüstung hin. Die DLRG betont: "Wichtig ist, dass SUP-Boards beschriftet sind mit einem Namen und einer Telefonnummer." Dies könne bei aufgefundenen Boards große Suchaktionen verhindern. Der Landes-Kanu-Verband empfiehlt das Tragen von Schwimmwesten sowie einer Sicherungsleine (leash) auf stehenden Gewässern. Für Neulinge empfehlen die Verbände zudem Einsteiger-Kurse.