Shelter-Festival in Eggebek: Zeitreise in die 80er und 90er Jahre
Das vierte Shelter-Festival auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Eggebek lockt zahlreiche Musikbegeisterte an. Für die Besucher ist die Musik der 80er- und 90er-Jahre mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden.
Für manche Besucher ist das Festival eine seltene Auszeit vom Alltag. Wie die shz berichtet, sind Sylvia und Florian zum zweiten Mal dabei, für die der Festivalbesuch etwas ganz Besonderes bleibt. „Wir haben beide Kinder und es ist eine absolute Ausnahme, dass wir uns so ein Wochenende gönnen“, betont Sylvia. Mit der Musik des Shelter-Festivals verbinden sie ihre Jugendzeit, „ich glaube, wie jeder hier“, vermutet Florian. Vor allem das Lied „Ich liebe dir“ des letztjährigen Headliners J.B.O. hat es ihnen angetan. „Als wir uns kennengelernt haben, lief dieses Lied und wir haben beide gleichzeitig angefangen mitzusingen“, erzählt Sylvia. „Da war klar, wir haben den gleichen Nagel im Kopf.“ Ihr Höhepunkt in diesem Jahr ist das Bühnenprogramm am Samstag, „da jagt ein Highlight das nächste“, freut sich Florian.
Erinnerungen an die Schulzeit und Jugend
Die Songs von Camouflage und Depeche Mode bilden für Ulf und Marco den Sound ihrer Jugend. „Nach der Schule habe ich oft Basketball gespielt und dabei Songs wie ‚Love Is a Shield‘ oder ‚Meanwhile‘ auf dem Discman gehört“, erinnert sich Ulf. Die Single „A Question of Lust“ von Depeche Mode sei die erste CD gewesen, die er sich damals gekauft habe. Daher freue er sich über die Aussicht, dass im kommenden Jahr eine Depeche-Mode-Coverband auf dem Shelter-Festival auftreten könnte. Neben dem diesjährigen Headliner Camouflage ist aber auch die schleswig-holsteinische Band Illegal 2001 für beide ein Höhepunkt – denn die kennen sie nicht nur von den großen Bühnen. „Die haben mal an unserer Schule in der Turnhalle ein paar Lieder gespielt“, erzählt Ulf. „Das war ein sehr emotionaler Moment.“ Seither könne er fast jeden Song der Band mitsingen.Nicht nur die Jugend, sondern auch einfach gute Laune bedeutet die Festivalmusik für Ollo aus Jarplund. Schon im vergangenen Jahr habe er den Auftritt der Band Extrabreit gefeiert: „Die habe ich in meiner Jugend rauf und runter gehört und echt geliebt“, berichtet er. In seinem dritten Shelter-Jahr freue er sich vor allem auf Torfrock. Von der norddeutschen Rockband stamme die allererste Kassette seiner Kindheit, „die habe ich bekommen, als ich zwölf war.“ Ihm gefalle, dass sich die Band treu geblieben sei: „Sie sind älter geworden, wie wir auch, aber die Message ist immer die gleiche geblieben.“
Gemeinschaft und unbeschwerte Zeiten
Auch Bodo aus Sieverstedt fiebert dem Auftritt von Torfrock entgegen. Die Band kennt er schon seit ihren Anfängen: „Ich war auf ihrem ersten Konzert in Schleswig im ‚Hohenzollern‘, das ist etwa 50 Jahre her.“ Am Shelter-Festival, das er schon zum vierten Mal besucht, schätzt er neben der Musik auch die gute Gemeinschaft. „Alle hier haben ein Ziel: Musik hören, Spaß haben und Party machen.“ Musik verbinde: „Hier kann man alte Freunde wieder treffen, die man im Alltag sonst nicht sieht. Jeder kennt jeden – oder man lernt sich kennen.“Mit einer großen Gruppe sind Elke, Meike, Kirsten und Eva angereist. Die Freundinnen und Nachbarinnen campen zu zehnt auf dem benachbarten Gelände. „Wir haben uns eine richtige Wagenburg eingerichtet“, berichtet Meike. Die Musik des Shelter-Festivals bedeutet auch für die vier Freundinnen eine Zeitreise in die Vergangenheit. „Das waren wilde Zeiten“, erinnert sich Meike, „wir haben viel Spaß gehabt.“ Auch die Freiheit der Jugend werde mit der Musik von Illegal 2001 und Torfrock wieder lebendig. „Wir waren einfach unbeschwert“, fasst Kirsten zusammen.
Schon zum vierten Mal lassen die Freunde Iris und Brian auf dem Shelter-Festival die Musik ihrer Jugend aufleben. „Das war meine ,Fantasy‘-Zeit“, erinnert sich Iris an ihre Besuche in der Disco in Tarp. Eine ganz persönliche Erinnerung verbindet Brian mit der Musik von Torfrock. „Es war ein Konzert in Süderbrarup vor 19 Jahren“, erzählt er. Auf dem Rückweg habe er einen Anruf von seiner Frau aus dem Krankenhaus bekommen. „Ich bin sofort in die Diako gefahren – und dann ist unser Sohn geboren worden.“