Meldung ✓

Landkreis Wesermarsch beschließt Klimaschutzkonzepte bis 2040

Mit zwei neuen Konzepten will der Landkreis Wesermarsch bis zum Jahr 2040 treibhausgasneutral werden. Die Pläne betreffen sowohl die gesamte Region als auch die eigene Kreisverwaltung.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Klimaneutral bis 2040? Hauptsache, der Wind weht weiterhin kräftig von vorn. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Landkreis Wesermarsch beschließt Klimaschutzkonzepte bis 2040
Illustration: KI-generiert
Der Landkreis Wesermarsch strebt bis zum Jahr 2040 die Treibhausgasneutralität an. Dazu hat der Kreistag neben einem umfassenden Klimaschutzkonzept für die Region auch ein verwaltungsinternes Konzept beschlossen. Die Pläne sehen weitreichende Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Wärmeversorgung und erneuerbare Energien vor.
In der Kreistagssitzung äußerte sich Olaf Michalowski (UWG), Vorsitzende der Fraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft Wesermarsch, zu den Plänen. „Klimaschutz ist keine Aufgabe, die wir auf später verschieben können“, sagte der Jader laut einem Bericht der Nordsee-Zeitung. Er mahnte jedoch auch, dass ein Konzept „nicht mit einer erfolgreichen Umsetzung gleichgesetzt werden“ dürfe.
Ehemalige Butjadinger Bürgermeisterin Ina Korter (Bündnis 90/Die Grünen) aus Nordenham verwies auf die jüngsten Hitzetage, die zeigten, wie wichtig und dringend die Verabschiedung der beiden Konzepte sei. Für das Erreichen der Ziele nannte sie konkrete Beispiele. Im Mobilitätssektor sollen mindestens 80 Prozent aller Fahrtstrecken elektrisch zurückgelegt werden. Zudem müsse die Windenergie durch Repowering und neue Anlagen ausgebaut und Photovoltaikanlagen auf Dach- und Freiflächen installiert werden. In der Landwirtschaft seien ein optimiertes Düngemanagement sowie die Wiedervernässung von Mooren notwendig. Als ein weiteres „ambitioniertes Ziel“ nannte sie den jährlichen Austausch von 1000 Heizungsanlagen, davon 850 gegen Wärmepumpen.

Maßnahmen und Grundlagen für den Klimaschutz

Michalowski erkannte ausdrücklich an, „dass in den vergangenen Jahren bereits wichtige Grundlagen geschaffen wurden“. Durch die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements in der Kreisverwaltung seien dauerhafte Strukturen entstanden. Als „weitere sinnvolle Anreize“ für die Bevölkerung nannte er kostenlose Energieberatungen sowie die Förderung von Balkonkraftwerken und Regenwasserzisternen. Die UWG-Fraktion habe sich zudem erfolgreich für die Einführung des Solarkatasters eingesetzt, das Transparenz schaffe, Investitionsentscheidungen erleichtere und Hemmschwellen abbaue.
Die jüngste Hitzewelle bezeichnete Michalowski als „eine regelrechte Steilvorlage“ für die Photovoltaik. „Genau dann, wenn Klimaanlagen auf Hochtouren laufen und der Strombedarf besonders hoch ist, liefern Photovoltaikanlagen ihre höchsten Erträge“, erklärte er. Da Stromerzeugung allein jedoch nicht ausreiche, forderte er Investitionen in Batterie- und Quartierspeicher. Klimaschutz werde dauerhaft nur Akzeptanz finden, „wenn Photovoltaik die Stromrechnung senkt, energetische Sanierung Heizkosten reduziert, kommunale Gebäude weniger Energie verbrauchen und dadurch langfristig Steuergeld eingespart wird und wenn regionale Unternehmen von den Investitionen profitieren“, so Michalowski, „denn Klimaschutz muss sich auch im Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürger bemerkbar machen“.

Emissionsquellen und künftige Einsparungen

Nach dem Niedersächsischen Klimagesetz ist jeder Landkreis verpflichtet, ein Klimaschutzkonzept für die eigene Verwaltung zu beschließen. Eine Analyse lässt ab 2027 einen signifikanten Rückgang der Emissionen erwarten, sobald zentrale Maßnahmen umgesetzt werden. Nach Auskunft von Fachdienstleiterin Umwelt in der Kreisverwaltung Denise Schönenberger gehören dazu die Umstellung der Wärmeversorgung, energetische Sanierungen, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Elektrifizierung des Fuhrparks.
Die wesentlichen Emissionsquellen des Landkreises liegen zu 59 Prozent in der fossilen Wärmeversorgung der kreiseigenen Liegenschaften und zu 18 Prozent im Pendelverkehr der Beschäftigten mit dem Pkw. „Da der Landkreis Träger der Schulen der Sekundarstufen I und II ist, prägen die Bildungseinrichtungen mit 86 Prozent den Wärmeverbrauch“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Kreistag. Aktuell wird das Gebäude 2 der Oberschule Rodenkirchen energetisch saniert. Zur Emissionsminderung plant der Landkreis unter anderem die Umrüstung des Fuhrparks auf batterieelektrische und emissionsarme Fahrzeuge, die Erstellung energetischer Sanierungsfahrpläne für alle relevanten Gebäude sowie die Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern. Zudem sollen emissionsfreie Fähren beschafft und gemeinsam mit der Landwirtschaft Pilotprojekte zur Kohlenstoffbindung umgesetzt werden.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr