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Kult-Disco im Hotel Roth: Als Westerland im Keller des „Galaxis“ tanzte

Jahrzehntelang war das „Galaxis“ auf Sylt der Hotspot für Nachtschwärmer und Prominente. Eigentümer Hayo Feikes blickt auf eine Ära voller lila Plüsch, visionärer Lichteffekte und das spätere Aus zurück.

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Lila Plüsch und Discolicht – Hauptsache, der Bass stört den Schlaf der Gäste nicht. — Rocky, Chefkolumnist
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Die ehemalige Kult-Diskothek „Galaxis“ im Westerländer Hotel Roth prägte über Jahrzehnte das Sylter Nachtleben. Heute wird der geschichtsträchtige Keller nur noch für private Zwecke genutzt, doch Eigentümer Hayo Feikes blickt exklusiv auf die Ära von lila Plüsch, Prominenten und technischer Pionierarbeit zurück. Der einstige Hotspot schloss 1997 nach Lärmklagen endgültig seine Pforten für den regulären Betrieb.
Wer heute über die Strandstraße zur Westerländer Promenade schlendert, ahnt kaum, welches Kapitel des Sylter Nachtlebens einst im Keller des Hotels Roth geschrieben wurde. Über Jahrzehnte war die Diskothek „Galaxis“ ein fester Ankerpunkt für feierfreudige Insulaner und Gäste, wie die shz berichtet. Heute wird die ehemalige Kult-Disco nur noch für private Anlässe vermietet – doch für einen exklusiven Rückblick hat Eigentümer Hayo Feikes die Räume und einen wertvollen Schatz an Fotoerinnerungen geöffnet.

Von psychedelischen Effekten zur „Supernova“

Die Geschichte des Lokals begann bereits 1969 mit der Eröffnung unter dem Namen „Downstairs“. Für Hayo und Jens Feikes, die die damalige Villa Roth nach dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern in jungen Jahren übernehmen mussten, war der Club von Anfang an ein fester Bestandteil des Betriebs im Neubau „Hotel Roth“ an selbiger Stelle. „Das Ganze ist als ,Downstairs‘ aufgemacht worden mit psychedelischen Lichteffekten und einem Kaleidoskop-Projektor an der Decke“, erinnert sich Feikes. Eine für die damalige Zeit hochmoderne Lichtanlage prägte das Bild. Feikes blickt auf die technische Pionierarbeit zurück: „Ich hatte damals in New York psychedelische Effekte importiert.“ Eine weitere Umgestaltung zu „Galaxis“ erfolgte dann 1983. Der neue Name wurde schnell zum Programm, denn die neue Ausstattung setzte ebenfalls Maßstäbe: eine „Supernova“ an der Decke und Farbprojektoren, die die Kugeldecke optisch in Bewegung setzten. Genau diese optische Inszenierung gab der Kult-Disco schließlich ihren Namen.

Ein Spiegelbild der Sylter Gastronomiekultur

Der Erfolg des „Galaxis“ fiel in eine Ära, in der das Nachtleben noch völlig anders funktionierte als heute: Das Fernsehen bot gerade einmal drei Programme, das Internet war noch Zukunftsmusik. Die Diskothek war daher weit mehr als nur ein Tanzlokal – sie war ein echtes Spiegelbild der Sylter Gastronomiekultur der späten 1970er- und 1980er-Jahre. Prominente wie Karel Gott oder Tony Marshall gingen hier ein und aus. Leicht bekleidete Go-Go-Girls und die visionären Lichteffekte versetzten das Publikum in einen Rausch aus Leichtigkeit und Flower-Power. Für Hayo Feikes bleibt der Rückblick dennoch ambivalent. Auf der einen Seite stehen der Stolz auf eine Institution, die Westerland prägte, sowie unzählige legendäre Erinnerungen, die er mit vielen älteren Syltern teilt. Auf der anderen Seite steht die nüchterne Realität eines Hoteliers, der weiß, dass diese Epoche ihren festen Platz in der Vergangenheit hat.

Das Ende des regulären Clubbetriebs

Im Jahr 1997 folgte schließlich das endgültige Aus für den regulären Betrieb. Als Hauptgrund nennt Hayo Feikes zunehmende Beschwerden von Hotelgästen über den Lärm – sowohl durch die Musik im Keller als auch durch feiernde Besucher draußen auf der Straße. Der Clubbetrieb in einem Hotel, in dem zeitgleich Gäste schlafen wollten, war zu einer unlösbaren Gratwanderung geworden. Seitdem wird der Raum nur noch sporadisch für geschlossene Gesellschaften, private Events oder Sonderveranstaltungen genutzt. Die Bewirtschaftung übernimmt bei solchen Anlässen das Hotel mit dem eigenen Personal, während alles Weitere in den Händen des Mieters liegt. Das „Galaxis“ mag als reguläre Diskothek Geschichte sein, doch bleibt sie lebendig – als Erinnerung an eine Zeit, in der Sylt auch im Keller tanzte.

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