Hoftheater Föhr bringt Stück über die Frauen der „Mary Celeste“ auf die Bühne
Das Hoftheater Föhr widmet sich in seiner aktuellen Inszenierung dem Schicksal der Frauen, die auf der Insel auf die vermisste Besatzung des berühmten Geisterschiffs warteten.
Das Hoftheater Föhr bringt ein neues Stück auf die Kirchenbühne in Süderende. Die Inszenierung stellt nicht das bekannte Rätsel um das Geisterschiff „Mary Celeste“ selbst in den Vordergrund, sondern das Schicksal der auf der Insel zurückgebliebenen Frauen. Das Stück wird an mehreren Terminen im August gezeigt. Das Hoftheater Föhr hat sich seit 2024 als feste Größe auf der Insel und darüber hinaus etabliert. Seit 2024 geht das Duo Nicolas Dabelstein und Anna Mariani regelmäßig mit Inszenierungen an die Öffentlichkeit, die den Geist und die Atmosphäre der Westküste und insbesondere der Insel Föhr widerspiegeln, wie die shz berichtet. Bei der aktuellen Aufführung hat sich Regisseur und Autor Nicolas Dabelstein einer Geschichte angenommen, die Ende des 18. Jahrhunderts die Welt bewegte. Es geht um den Frachtsegler „Mary Celeste“, der 1872 auf halbem Wege zwischen den Azoren und Portugal verlassen im Atlantik treibend aufgefunden wurde. Von der Mannschaft – unter ihnen zwei Föhrer Seeleute und einer von Amrum – fehlt jede Spur.
Fokus auf die Frauen der Insel
Das Bühnenstück legt den Fokus auf diejenigen, die über Jahrhunderte die Insel am Laufen hielten, wenn die Männer auf See gingen. Es sind die Frauen, die mit den Kindern alleine zurückblieben – in diesem Fall die Verlobte, die Ehefrau und die Mutter der beiden Seeleute von Föhr. Gespielt werden sie von Fenja Oestreich, Göntje Christiansen und Frauke Riewerts. In Föhrer Trachten gekleidet sitzen die drei Frauen auf der kleinen Bühne in St. Laurentii in Süderende. Sie lassen die Zuschauer an ihrem Leiden, ihren Hoffnungen und ihrer Wut teilhaben, während die vermissten Männer zwischenzeitlich der Meuterei und des Mordes bezichtigt werden.
Humoristische und musikalische Elemente
Auslöser der Turbulenzen ist Frederick Solly-Flood, Generalstaatsanwalt des Admiralitätsgerichts in Gibraltar, der von TV-Schauspieler Enno Kalisch dargestellt wird. Seine Darbietung setzt dem Stück ein ironisches Glanzlicht auf. Dazwischen agiert Föhrer Brasilianerin Kacau Gomes als Schicksalsgöttin, die dem Theaterstück eine archaische Note verleiht. Die musikalische Leitung hat Synje Norland inne, die zugleich als Ich-Erzählerin die Geschichte der „Mary Celeste“ schildert. Mit ihrem Gesang, teils im Duett mit Kacau Gomes, bringt Norland ein belebendes Entertainment-Element in die Aufführung.Regisseur Dabelstein kennt seine Schauspieler persönlich und schreibt ihnen die Rollen auf den Leib. Das Stück „Die Frauen der Mary Celeste“ läuft nach einer kurzen Pause erneut am 18., 20., 21., 25., 27., 28. und 31. August auf der Kirchenbühne. Prädikat: absolut sehenswert.
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