Hochwasser-Check der Umwelthilfe: Geringes Risiko durch Flüsse in Bremerhaven und Cuxland
Eine neue Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stuft das Hochwasserrisiko durch Flüsse für Bremerhaven und den Landkreis Cuxhaven als sehr gering bis gering ein. Allerdings klammert die Studie Gefahren durch Sturmfluten oder den Meeresspiegelanstieg aus.
In ihrem Hochwasser-Check 2026 auf Basis von Daten des Leibniz-Institutes untersuchte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Hochwasser-Risikograd für 400 Landkreise und kreisfreie Städte. Dass die Gefahrensituation für den Kreis Cuxhaven mit „Gering“ und für Bremerhaven mit „Sehr gering“ eingestuft wird, irritierte einige Bürger. Ein Gespräch, über das die Nordsee-Zeitung berichtet, mit Check-Autorin und DUH-Gewässerreferentin Meike Metz brachte Klarheit. Denn die Studie berücksichtigt lediglich die Hochwassergefahren bei Flüssen, nicht jedoch durch Sturmfluten oder Meeresspiegelanstieg. Dabei wurde ein sogenanntes Jahrhundert-Hochwasser zugrunde gelegt, das statistisch gesehen einmal alle 100 Jahre auftritt. Allerdings sinken die zeitlichen Abstände durch den Klimawandel.
Geringes Risiko im Norden im Vergleich zum Bundesgebiet
Die Untersuchung zeigt die betroffenen Flächen und das Ausmaß der von einem Jahrhundert-Hochwasser betroffenen Adressen. Zudem wird das Schadenspotenzial beim möglichen Versagen von Schutzmaßnahmen betrachtet. Das Risiko ist besonders groß, wenn der Anteil an Hochwasserrisikofläche hoch ausfällt und gleichzeitig viele Adressen in den potenziell von Hochwasser betroffenen Gebieten liegen. Im Ranking findet sich der Landkreis Cuxhaven auf Platz 319. Der Anteil der Risikogebiete liegt bei 0,46 Prozent. 21 Adressen sind aktuell gefährdet. Den Hochwasserrisikograd sieht die DUH bei 2,30. Bremerhaven steht auf Platz 387 – ohne Risikogebiete und aktuell gefährdete Adressen. Bundesweiter Spitzenreiter ist der Ortenaukreis mit einem Hochwasserrisikograd von 6,00.
Forderung nach Entwicklung zur Schwammlandschaft
Trotz des zunächst wenig besorgniserregenden Abschneidens von Cuxland und Bremerhaven warnt Metz: „Die Betroffenheit ist bundesweit.“ Starke Überschwemmungen träten auch im Norden immer häufiger auf. Metz meint: „Es steigt die Bedeutung vorsorgender Maßnahmen im gesamten Einzugsgebiet. Anstatt Hochwasserschutz ausschließlich über technische Anlagen wie Deiche, Mauern und mobile Schutzsysteme zwischen den Ortslagen und der Flutwelle zu gestalten, reagieren vorsorgende Maßnahmen schon bei der Entstehung von Flutwellen. Sie bremsen die Wassermassen bereits in den Nebenflüssen, Bächen, Auen, Mooren, Böden und in der ganzen Landschaft.“ Erforderlich sei eine Entwicklung „weg von der Entwässerungslandschaft und hin zur Schwammlandschaft“.