Hamburg baut trotz angespannter Lage Hunderte Plätze in Flüchtlingsunterkünften ab
Obwohl die Unterkünfte für Geflüchtete in Hamburg stark ausgelastet sind, fallen weitere Plätze weg. Der Senat schließt vor allem teure Hotelunterkünfte, während die Wartelisten für dauerhafte Plätze wachsen.
In Hamburg sind die Unterkünfte für Asylsuchende weiterhin stark ausgelastet, obwohl die Zahl der neu ankommenden Geflüchteten zuletzt gesunken ist. Trotz dieser Engpässe hat die Hansestadt in diesem Jahr bereits zahlreiche Unterbringungsplätze abgebaut, und bis zum Jahresende sollen weitere folgen. Vor allem teure Hotelplätze sollen nach dem Willen des Senats geschlossen werden, während die Wartelisten für dauerhafte städtische Unterkünfte immer länger werden. Im Juni kamen 380 Asylsuchende nach Hamburg – dies geht aus dem neuen Lagebild Flüchtlinge des Amtes für Migration hervor, wie die Tagesschau berichtet. Im Mai waren es noch 414 Personen. Trotz des Rückgangs reichen die Plätze in den Wohnunterkünften in Hamburg kaum aus. Bis Ende Mai dieses Jahres wurden bereits 1.292 Plätze in Unterkünften abgebaut. Bis zum Jahresende ist der Wegfall von Hunderten weiteren Plätzen geplant.
Abbau teurer Hotelplätze und Überbelegung städtischer Unterkünfte
Insbesondere teure Unterkünfte wie etwa Hotelplätze, die die Stadt angemietet hat, sollen nach Plänen des Senats geschlossen werden. Die Sozialbehörde setzt stattdessen auf möglichst dauerhafte Unterkünfte. Diese städtischen Unterkünfte sind jedoch häufig überbelegt, da in ihnen nicht nur Asylsuchende, sondern auch andere wohnungslose Menschen untergebracht werden. Aktuell warten mehr als 2.200 Menschen auf einen Platz in einer dieser Unterkünfte. Im vergangenen Jahr hat die Stadt Hamburg rund 164 Millionen Euro für die Unterbringung von Asylsuchenden in Hotels ausgegeben.
Kritik an der Unterbringungspolitik
Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisiert bereits seit Längerem, dass sich die Unterbringungsnot durch den Abbau von Plätzen weiter verschärft. Der rot-grüne Senat fahre die Unterbringung an die Wand – auf Kosten der Integration und auf Kosten der Menschen, die dringend eine Unterkunft brauchen, so Die Linke.
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