Brückenarbeiten an der Sternbrücke sorgen für weitreichende Sperrungen in Hamburg
Wegen des Austauschs der Hamburger Sternbrücke sind wichtige Verkehrsachsen für mehrere Wochen gesperrt. Dies führt zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr.
Schanzen-Chaos und Brücken-Dramen. Zu Fuß ist man im Norden eh schneller am Ziel.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der Austausch der Hamburger Sternbrücke führt seit dem 26. Juni zu massiven Verkehrsbehinderungen im Hamburger Westen. Neben der Vollsperrung eines Abschnitts der Max-Brauer-Allee ist seit Freitag auch die Kreuzung zur Stresemannstraße für sechs Wochen komplett gesperrt. Dies betrifft sowohl den Straßen- als auch den Schienenverkehr erheblich. Die Sperrung der viel befahrenen Kreuzung mit der Stresemannstraße, einer Hauptschlagader zwischen dem Hamburger Westen und der Innenstadt, soll bis Anfang September andauern. Zwar soll die Kreuzung ab September wieder befahrbar sein, jedoch ist bis November mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, da noch "Nebenflächen im Kreuzungsbereich" umgebaut werden. Der Abschnitt zwischen der Stresemannstraße/Sternbrücke und dem Schulterblatt bleibt voraussichtlich bis zum 2. September 2026 voll gesperrt. Für den Busverkehr gibt es weitreichende Änderungen: Die Linie 15 fährt die Haltestelle Sternbrücke vorübergehend nicht mehr an und wird über die Holstenstraße, Alsenstraße, den Alsenplatz, Doormannsweg und die Eimsbütteler Chaussee umgeleitet. Eine Ersatzhaltestelle befindet sich am Schulterblatt/Eimsbütteler Chaussee.
Chaos im Schanzenviertel und Umleitungen
Für den Autoverkehr sind weiträumige Umleitungen über die Fruchtallee und die Elbchaussee eingerichtet, deren Dauerbaustelle während der Sommerferien aufgehoben wird. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) wollte so Schleichwege durch das Schanzenviertel verhindern. "Damit sich nicht der ganze Autoverkehr durch das Viertel drückt", wurden Schranken an der Eimsbüttler Chaussee und dem Schulterblatt installiert, die sich eigentlich nur für Busse der Linien 3 und X3 öffnen sollten. Dies funktionierte am Freitag jedoch nicht wie geplant, berichtet die Tagesschau. Nach Angaben eines NDR Reporters kam es zu chaotischen Szenen, da Autofahrer trotz der Sperrung durchfahren wollten, was zu Staus vor den Schranken führte und auch die Busse blockierte. Schließlich wurden die Schranken für den gesamten Verkehr geöffnet, und es wird nun über eine neue Verkehrsführung beraten.
Einschränkungen im Bahn- und S-Bahn-Verkehr
Die Bauarbeiten haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Schienenverkehr. Die Gleise der sogenannten Verbindungsbahn zwischen dem Hauptbahnhof und Altona sind wegen der Erneuerung dreier Bahnbrücken voraussichtlich bis zum 30. August gesperrt. Dieser Zeitraum fällt in die Hamburger Sommerferien; ursprünglich sollte die Sperrung bereits am 15. August enden. Fern- und Regionalzüge fallen teilweise aus oder werden über andere Bahnhöfe umgeleitet. Ab dem 18. Juli fährt für einen Monat nur noch ein ICE pro Stunde nach Frankfurt, Berlin und ins Ruhrgebiet, während Verbindungen nach München nur alle zwei Stunden angeboten werden. Züge nach Kiel starten erst ab Pinneberg. Auch die S-Bahn ist betroffen: Zwischen den Stationen Sternschanze und Altona fahren bis zum 30. August keine S-Bahnen, und Fahrgäste der Linie S2 müssen auf Ersatzbusse ausweichen.
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