Meldung ✓

Weserfähre nimmt Betrieb ab Seebäderkaje auf

Nach der Sperrung des maroden Anlegers hat die Weserfähre ihren Betrieb von der Seebäderkaje nach Blexen aufgenommen. Trotz steiler Gangway und Parkplatzsorgen zeigen sich die ersten Pendler erleichtert.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Hauptsache die Fähre schwimmt, da nimmt man auch mal 'ne steile Treppe in Kauf. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Weserfähre nimmt Betrieb ab Seebäderkaje auf
Illustration: KI-generiert
Die Weserfähre hat ihren Betrieb vom neuen Ausweichanleger an der Seebäderkaje nach Blexen aufgenommen. Da der bisherige Anleger nicht mehr standsicher ist, müssen Fußgänger und Radfahrer nun auf diese Notlösung ausweichen. Die erste Fahrt am frühen Morgen verlief trotz veränderter Bedingungen erfolgreich.
Um 4.30 Uhr sammelten sich die ersten Fahrgäste am Anleger der Seebäderkaje, wo sonst die „Oceana“ aus Bremen festmacht und Schiffe nach Helgoland ablegen. Unter den Wartenden befand sich Gottlieb, der mit dem Fahrrad übersetzen wollte, um zum Kabelwerk NKT zu gelangen. „Bin ich hier richtig, es gab gar keine Schilder? Ach, das können die doch mit einem Bayern nicht machen“, seufzt Gottlieb, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Schnell reihten sich weitere Rad- und Rollerfahrer ein. Ein Mitarbeiter von Glencore sorgte sich: „Hoffentlich komme ich pünktlich zur Arbeit“. Da die Ablegestelle neu ist, wusste zunächst niemand genau, wie lange die Überfahrt bis zum Anleger in Blexen dauern würde. Manche Fahrgäste, die nur bis zu Steelwind reisen mussten, sahen dem gelassen entgegen. Unter den Passagieren der ersten Fahrt befanden sich ausschließlich Männer.

Herausforderungen für Pendler am frühen Morgen

Ein Problem stellte sich für Markus aus Bremerhaven dar. Rund um den maroden, nicht mehr standsicheren Anleger konnte er sein Auto im Wohngebiet kostenlos parken, was in den Havenwelten nicht möglich ist. Als die Fähre in Sicht kam, legte Schiffsführer Michiel Dietrich das Schiff souverän an. Geschäftsführer der Weserfähren GmbH Robert Haase half persönlich beim Festmachen und erhielt dafür Lob von der Crew.
Das Schiff machte längsseits fest. Im Gegensatz zum gewohnten Ablauf mussten die Fahrgäste nun absteigen und eine vergleichsweise steile Gangway an Bord nehmen. Stegwart der Schiffergilde Toni von Häfen testete den Zugang mit einem Rollator. „Klappt wunderbar“, freute er sich. Er nutzte die Jungfernfahrt für eine Hin- und Rückfahrt. „Das ist doch spannend“, sagte er und genoss die frische Morgenluft sowie den Blick aufs Wasser. Sein Fazit lautete: „Eine bessere Anbindung von Pendlern und Besuchern ohne Auto in das Zentrum der Havenwelten kann es gar nicht geben.“ Schiffsführer Dietrich ergänzte mit Blick auf Rollstuhlfahrer, die Hilfe benötigen könnten: „Wir sind ja auch hier und können helfen“. Ein Matrose stellte fest, dass es an Bord leerer als gewöhnlich war, was auch am Fehlen der Autos lag.

Ruhige Überfahrt mit verändertem Panorama

Die Überfahrt nach Blexen, wo der Anleger regulär genutzt werden kann, dauerte gut zwölf Minuten und verlief ruhig. Als ein Lotsenversetzboot vorbeifuhr, schaukelte es an Bord jedoch ordentlich. Auf der Rückfahrt zeigte sich ein verändertes Panorama, als eine große rote Sonne zwischen den Türmen des Columbus-Centers aufging. „Da müssten wir glatt Sonnenaufgangszuschlag nehmen“, scherzte Schiffsführer Dietrich.
Während sich Touristen am Nachmittag über die zentrale Anlegestelle in den Havenwelten freuen dürften, bedeutet der neue Anleger für manche Pendler einen weiteren Weg. Jonah Verhoef, der beim Alfred-Wegener-Institut arbeitet und von Blexen dorthin gelangen muss, äußerte sich dennoch positiv: „Ich bin trotzdem froh, dass die Fähre wieder fährt, viel besser als Busfahren“. Während diese Notlösung für Fußgänger in Kraft ist, arbeiten die Verantwortlichen an Sicherungsmaßnahmen für den maroden Anleger. Weitere Informationen dazu soll es in der kommenden Woche geben.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden

Norden ✓

Tödliche Schüsse auf St. Pauli: Ermittler vermuten mehr Beteiligte

Nach den Schüssen mit zwei Toten im Hamburger Stadtteil St. Pauli gerät eine Gruppe vermummter Männer in den Fokus der Ermittler. Neben der Mordkommission befasst sich nun auch das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität mit dem Fall.

05.09., 04:12 Uhr