Rund 100 tote Wildgänse wurden im Beltringharder Koog entdeckt. Laborproben bestätigten den Verdacht auf Vogelgrippe, doch eine Aufstallungspflicht ist derzeit nicht geplant.
Im Beltringharder Koog sind rund 100 tote Wildgänse entdeckt worden, bei denen Proben eine Infektion mit der Vogelgrippe bestätigt haben. Trotz des Vorfalls ist nach Angaben des Kreises Nordfriesland aktuell keine Rückkehr zur Aufstallungspflicht für Geflügelhalter geplant. Die Behörden beobachten das Geschehen weiterhin intensiv. Die toten Vögel wurden im Bereich Holmer Siel gefunden. Das bestätigt das Landesamt für Umwelt auf Nachfrage. Der Vorfall liegt bereits zwei Wochen zurück und wurde erst jetzt öffentlich. Proben bestätigten später den Erreger. „Ich kann den Fund von rund 100 toten Wildvögeln im Beltringharder Koog vor zwei Wochen bestätigen“, teilt Sprecherin beim Landesamt für Umwelt Vivien Matzen mit. „Von drei toten Gänsen wurden Proben entnommen und an das Kreisveterinäramt geschickt.“ Wie die shz berichtet, bestätigte Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen beim Kreis Nordfriesland Matthias Knoth auf Nachfrage, dass die Proben positiv auf Vogelgrippe ausgefallen sind.
Keine unmittelbare Aufstallungspflicht geplant
Eine Rückkehr zur Aufstallungspflicht, die erst Ende Mai aufgehoben wurde, ist trotz der jüngsten Totfunde nach aktuellem Stand nicht geplant. „Wir beobachten das Geschehen genau und stehen in engem Austausch mit allen Beteiligten“, sagt Knoth. „Unsere Entscheidungen richten sich auch nach den Vorgaben des Friedrich-Löffler-Instituts, das aktuell kein erhöhtes Eintragsrisiko für Bestände vorsieht.“ Sollten sich aber Totfunde weiter entfernt von der Küste im Binnenland häufen, insbesondere nahe Geflügelbetrieben, „würden wir je nach Bedarf unsere Einschätzung auch ändern und könnten dabei beispielsweise auch Aufstallungspflichten für einzelne Betriebe verhängen“.
Erreger ganzjährig in der Wildvogelpopulation
Nicht wegzureden sei allerdings, dass der Erreger mittlerweile ganzjährig in der Wildvogelpopulation in Nordfriesland zu finden ist. Dies bestätigt auch Kreissprecher Hans-Martin Slopianka auf Nachfrage. Kreisveterinär Knoth ergänzt: „In der Brust der Veterinäre schlagen zwei Herzen: für Tierschutz und Tierwohl, aber auch für Tierseuchenschutz. Beides unter einen Hut zu kriegen, ist selten leicht. Unser Motto ist: so wenige Vorgaben wie möglich, aber so viele wie nötig.“
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