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Neuer Solarpark an der A7 in Norderstedt geht in Betrieb

Die Stadtwerke Norderstedt haben an der Autobahn 7 eine neue Freiflächen-Photovoltaikanlage errichtet. Das Projekt profitiert von gesetzlichen Erleichterungen für Solarparks entlang von Verkehrswegen.

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Sonne tanken an der Autobahn – endlich macht der Stau auf der A7 mal Sinn. — Rocky, Chefkolumnist
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An der Autobahn 7 kurz vor den Toren Hamburgs ist ein neuer Solarpark in Betrieb gegangen. Die Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke Norderstedt erstreckt sich über eine Fläche von 80.000 Quadratmetern. Das Projekt steht beispielhaft für einen bundesweiten Boom von Solarparks entlang deutscher Schnellstraßen.
Wer auf der A7 hinter dem Rastplatz Bönningsted- West unterwegs ist, blickt auf ein schwarz-blaues Meer aus Hightech-Modulen. Die Anlage mit einer Gesamtleistung von 8,8 Megawatt Peak liefert rechnerisch sauberen Strom für rund 3200 Haushalte und spart jährlich etwa 3100 Tonnen CO2 ein. Dass Investoren und kommunale Versorger so viele Solarparks an Autobahnen errichten, liegt an einer gezielten gesetzlichen Weichenstellung: Der Gesetzgeber hat den Bau in einem 200 Meter breiten Korridor entlang von Autobahnen und Schienenwegen privilegiert, wie die shz berichtet. Diese Planungsbeschleunigung vereinfacht die Verfahren zur Änderung von Flächennutzungsplänen erheblich und senkt die Projektierungskosten drastisch.

Technische Umsetzung und Herausforderungen

In Norderstedt begannen die Planungen für das Großprojekt vor über drei Jahren, wie Werkleiter Nico Schellmann erzählt. Die Stadtwerke erwarben das acht Hektar große Areal direkt an der A7 von einem lokalen Landwirt. Wo früher ein Acker bewirtschaftet wurde, sorgen nun 14.300 Solarmodule mit einer Einzelleistung von jeweils 615 Watt Peak für eine klimafreundliche Stromerzeugung. Die technische Herausforderung bestand vor allem im Netzanschluss. Eine rund 500 Meter lange Spezialleitung wurde unter der vielbefahrenen Autobahn verlegt, um den Strom direkt in das Netz des Norderstedter Stadtteils Garstedt einzuspeisen, wie Projektleiter Dennis Wischnewski von den Stadtwerken auf Nachfrage der Redaktion erklärt.

Ökologischer Nutzen und wirtschaftliche Faktoren

Neben dem energetischen Nutzen bringt das Projekt auch einen ökologischen Gewinn. Nach dem Ende der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung darf sich der Boden unter den Modulen in den kommenden 20 Jahren geplanter Laufzeit erholen, sodass eine artenreiche Wiese entsteht. Anschließend ist ein Repowering der Anlage geplant, bei dem die Solarmodule und Wechselrichter ausgetauscht werden, wie Wischnewski erläutert. Bei der Beschaffung der Module profitierten die Stadtwerke zudem von einem massiven Preisverfall auf dem Weltmarkt, der durch US-Sanktionen gegen chinesische Solarprodukte ausgelöst wurde. Die Module konnten dadurch um rund 30 Prozent günstiger erworben werden als ursprünglich kalkuliert.

Bedeutung für die regionale Energiewende

Gleichzeitig fügt sich der Solarpark in die langfristige Ausrichtung des kommunalen Versorgers ein. Da der Strombedarf in Norderstedt im Zuge der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in den kommenden Jahren rasant ansteigen wird, ist der Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten essenziell. Für Werkleiter Nico Schellmann steht fest, dass die Wärmewende nur mit einer starken, regionalen Strombasis gelingen kann: „Wir verstehen den Ausbau erneuerbarer Energien nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Teil einer umfassenden Transformationsstrategie. Es geht darum, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und technologische Weiterentwicklung vor Ort zusammenzubringen. Genau daran arbeiten wir mit einer Vielzahl von Projekten.“ Um die neuen Strommengen sicher zu integrieren, verbinden die Stadtwerke den Ausbau konsequent mit der Digitalisierung und netzdienlichen Steuerung ihres Stromnetzes.

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