Katastrophenschutz auf Föhr: Insel rüstet sich gegen Blackouts
Nach dem Orkan 'Zeynep' hat das Amt Föhr-Amrum den Katastrophenschutz modernisiert. Ein neues Notstromaggregat soll im Ernstfall die kritische Infrastruktur sichern.
Auf einer Nordseeinsel hat die Frage nach der Zukunft eine existenzielle Bedeutung, da man im Ernstfall zunächst auf sich allein gestellt ist. Während sich die Katastrophenvorsorge früher vor allem auf Sturmfluten und Deichkontrollen konzentrierte, haben sich die Bedrohungen gewandelt. In der Nacht zum 19. Februar 2022 verursachte das Orkantief „Zeynep“ einen einstündigen Blackout auf Föhr und Amrum, wie die shz berichtet. Da wichtige Schöpfwerke damals noch keine eigenen Aggregate hatten, mussten sie von Hand neu gestartet werden. Zudem brach das Mobilfunknetz zusammen, was sich als Weckruf für die Verantwortlichen erwies.
Umfassende Maßnahmen für den Ernstfall
Um künftig bestmöglich gewappnet zu sein, hat das Amt Föhr-Amrum den Katastrophenschutz komplett neu aufgestellt. Über gesetzliche Vorgaben hinaus wurden feste Krisenstäbe und Alarmierungs-Apps eingerichtet, Feuerwehren aufgerüstet und Sirenen gewartet. Ein zentraler Baustein ist eine neue Lagerhalle in Alkersum für Katastrophenschutzmaterial wie Feldbetten, Wolldecken, Heizstrahler und eine Sandsackabfüllmaschine. Diese Inselmaßnahmen ergänzen die Kampagne des Kreises Nordfriesland „Hest allens paraat“, die Bürger zur Eigenvorsorge für Sturmfluten oder Blackouts aufruft.
„Unsere Wehren sind gut ausgebildet und ausgerüstet. Das gibt uns Zuversicht“, betont Wyks Bürgermeister Uli Hess.
Neues Notstromaggregat übergeben
Wie wichtig dem Kreis die Sicherheit auf den Inseln ist, unterstrich nun der Besuch von Landrat Florian Lorenzen. Er übergab Amtsdirektor Christian Stemmer ein leistungsstarkes Notstromaggregat des Typs „Bauer GFS-50 ATS“ mit einer Dauerleistung von 50 kW für die kritische Infrastruktur. Stemmer dankte für diese wertvolle Unterstützung. Untergebracht wird das Aggregat im neuen Anbau der Freiwilligen Feuerwehr Wyk, deren Einsatzkräfte stellvertretend für alle Föhrer Gemeinden die Wartung übernehmen und das Gerät durch regelmäßige Übungen stets einsatzbereit halten.