Erneute Walsichtung vor Heiligenhafen sorgt für Aufsehen
Vor Heiligenhafen ist ein Wal gesichtet worden. Experten prüfen nun, ob es sich um den bekannten Buckelwal aus Dänemark handelt, und sorgen sich wegen des bevorstehenden Hafenfestes um das Tier.
Moin Kumpel, mach beim Hafenfest lieber einen großen Bogen um den Trubel.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Vor Heiligenhafen in der Ostsee ist ein Wal gesichtet worden, was unter Experten für Aufsehen sorgt. Das Deutsche Meeresmuseum prüft derzeit, ob es sich dabei um denselben Buckelwal handelt, der kürzlich vor der dänischen Küste beobachtet wurde. Die Sichtung fällt zeitlich mit den bevorstehenden Hafenfesttagen in Heiligenhafen zusammen, was Fragen zum Lärmschutz für das Tier aufwirft. Am Donnerstag erhielt das Deutsche Meeresmuseum mit Sitz in Stralsund am Nachmittag zwei Sichtungsmeldungen über einen Wal vor Heiligenhafen, wie die shz berichtet. Ob es sich um den Buckelwal aus Dänemark oder ein anderes Tier handelt, ist noch unklar. Das Deutsche Meeresmuseum erklärte dazu: „Das Bild- und Videomaterial, das uns vorliegt, ist qualitativ leider so schlecht, dass wir nicht genau sagen können, ob es sich um den Buckelwal handelt, der sich in den letzten Wochen vor Dänemark aufhielt. Die Größe und das allgemeine Erscheinungsbild deuten jedoch darauf hin.“
Sorge vor Erkrankung des Tieres
Experten hatten bei dem Buckelwal bereits gemutmaßt, dass das Tier krank sei. Dies weckt Erinnerungen an den Buckelwal „Timmy“, der im Frühjahr erst vor Niendorf und später vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern gestrandet und nach einer spektakulären Rettungsaktion im Mai in der Ostsee verendet war.
Hafenfesttage als potenzielle Lärmquelle
Die aktuelle Sichtung ist besonders brisant, da an diesem Wochenende in Heiligenhafen die Hafenfesttage beginnen, die noch bis zum 26. Juli andauern. Während an Land Trubel herrscht, könnte auch auf dem Wasser viel los sein, was die Frage nach den Auswirkungen des Lärms auf den Wal aufwirft.
Dr. Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hatte am Freitag die Bilder von dem Wal noch nicht gesehen. Eine Einschätzung, ob es der Buckelwal sein könnte oder doch ein Beluga, wie ebenfalls vermutet wird, konnte er deshalb nicht vornehmen. Zum Thema Lärm stellte er allgemein fest: „Lärm bereitet Tieren auch Stress.“ Schall werde unter Wasser weit getragen, und Sportboote würden zu Unterwasserlärm beitragen. „Das könnte dazu beitragen, dass das Tier noch mehr geärgert wird“, erklärt er.
Auch Meeresbiologe Prof. Dr. Boris Culik kann nur spekulieren, da er am Freitag die Details zur Walsichtung vor Heiligenhafen noch nicht kannte. Zum Thema Lärm durch das Hafenfest überlegte er jedoch: „Wenn das Tier sich gestört fühlt, hätte es genügend Möglichkeiten, auszuweichen oder ganz wegzuschwimmen.“
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