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Neustart auf Amrum: Ehemaliges Schullandheim entgeht der Insolvenz und öffnet als Hostel

Nach jahrelangem Leerstand und drohender Insolvenz empfängt das Berlin-Wilmersdorfer Nordseeheim in Wittdün wieder Gäste. Durch ein neues Konzept als kostengünstiges Selbstversorger-Hostel konnte der Verkauf des Filetgrundstücks abgewendet werden.

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Bäume anschreien hilft also. Muss ich bei der nächsten Flaute auch mal versuchen. — Rocky, Chefkolumnist
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Das Berlin-Wilmersdorfer Nordseeheim in Wittdün auf Amrum hat nach über zwei Jahren Leerstand wieder geöffnet und die erste Reisegruppe empfangen. Die Betreibergenossenschaft konnte eine drohende Insolvenz abwenden, indem sie das geschichtsträchtige Haus zu einem kostengünstigen Hostel umbaute. Damit bleibt das Filetgrundstück an der Strandpromenade vor dem Zugriff von Luxusinvestoren geschützt.
Das Leben ist zurück in dem Gebäude mit dem markanten roten Seezeichen am Strandübergang. „Montag ist die erste Reisegruppe angekommen, weitere Buchungen liegen vor“, berichtet Vorstandsvorsitzende Katrin Lück, wie die shz berichtet. Zuvor hatten Beobachter befürchtet, dass das Gelände verkauft und durch ein Luxushotel ersetzt wird. Das Nordseeheim gehört dem Verein für Erholungs- und Ferienstätten Berlin Wilmersdorf und ist eine eingetragene Genossenschaft.

Drohende Insolvenz und geplatzte Finanzierung

Das Gebäude, das früher als „Kaiserhof“ bekannt war, dient seit 1925 als Erholungsort für Berliner Kinder aus einkommensschwachen Familien. „Der Kaiser hat da aber nie gewohnt“, weiß Katrin Lück. Später reisten vor allem Schulklassen für wenig Geld an. Da der Betreiberverein keine Gewinne erwirtschaften durfte, blieb der Komfort karg. Zum 100. Geburtstag im Jahr 2025 stand das Haus jedoch vor dem Aus. „Ende 2022 standen wir kurz vor der Insolvenz“, so Katrin Lück. Zwar stand eine Finanzierung für die notwendige Renovierung, doch die Amrumer Hausbank zog kurzfristig ihre Zusage zur Vorfinanzierung zurück. „Total unverständlich“, findet Katrin Lück dies noch heute, da das Grundstück als Gegenwert zur Absicherung gedient hätte.

Vom Schullandheim zum Selbstversorger-Hostel

In dieser Ausnahmesituation suchte die heute 59-Jährige nach Lösungen. „Ich bin stundenlang um die Krumme Lanke gelaufen“, erinnert sie sich an den Spaziergang um den Berliner See. Dabei entstand die Idee, das Haus als einfaches, kostengünstiges Hostel weiterzuführen. Mittlerweile ist das Erdgeschoss renoviert. Die Zimmer bieten statt acht nur noch vier Betten, und die alten Gemeinschaftsduschen wurden durch moderne Waschräume ersetzt. Eine eigene Küche mit Personal gibt es nicht mehr; stattdessen versorgen sich die Gäste in einem großen, kombinierten Koch- und Essbereich selbst.

Ehrenamtliches Engagement für den Erhalt

Für Katrin Lück ist die Arbeit für das Heim eine Herzensangelegenheit, da sie bereits in den 70er-Jahren mit ihrer Mutter dort Urlaub machte: „Der Grundstein für eine absolute Amrum-Liebe“. Die Verwaltungskraft arbeitet wie ihre Vorstandskollegen ehrenamtlich und ohne Bezahlung für das Projekt. Zur Ankunft der ersten Gruppe befreite sie die Terrasse eigenhändig von Grünzeug und strich den Boden der Waschräume. Die ersten Buchungen bestätigen das neue Konzept. „Wir wollen Familien mit Kindern generationsübergreifend einen kostengünstigen Amrum-Urlaub ermöglichen“, so die Berlinerin. Zudem soll das Heim künftig als Begegnungsstätte für Künstler oder als Unterkunft für Saisonkräfte dienen.

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