Krabbenfischer aus Fedderwardersiel übergeben Petition an Landtag
Die Existenz der Krabbenfischerei im Weserästuar ist durch geplante Sperrflächen bedroht. Mit einer Petition und über 1.800 Unterstützerstimmen wehren sich die Betriebe gegen die Einschränkungen.
Begleitet wird die Übergabe von „einer überwältigenden Welle der Solidarität“, wie Sprecher der Fischer Söhnke Thaden sagt, berichtet die Nordsee-Zeitung. Er und seine Kollegen haben 1.810 Stimmen von Unterstützern gesammelt, die sich in ihren Statements ebenfalls dagegen wehren, dass in Butjadingen ein Berufsstand und damit ein Stück kulturelle Identität verschwinden.
In Fedderwardersiel sichern derzeit noch vier familiengeführte Fischereibetriebe die Existenz des traditionsreichen Hafens. Obwohl die nachfolgende Generation bereits in den Startlöchern stehe, drohe durch die aktuellen Pläne des Niedersächsischen Fischereidialogs „der sichere wirtschaftliche Untergang“, so Söhnke Thaden.
Fataler Einschnitt in die Fangflächen
Vorgesehen ist eine Sperrung von rund 10 Prozent der niedersächsischen Meeresfläche für den Fischfang. Das ist laut Söhnke Thaden ein „fataler Einschnitt“, da es sich hierbei um 10 Prozent der ohnehin nur noch sehr wenigen verbliebenen Fangplätze handele, auf denen er und seine Kollegen noch wirtschaftlich arbeiten können.
„Die Fangflächen sind die Existenzgrundlage unseres Berufs. Ebenso wie ein Landwirt auf seinen Acker angewiesen ist, benötigt die Fischerei verlässliche Flächen, auf denen sie wirtschaftlich arbeiten kann“, heißt es eindringlich in der Petition. Die Fischer betonen, dass nach Jahrzehnten voller Einschränkungen - unter anderem durch Windparks, Seekabeltrassen, Flussvertiefungen und Schifffahrtswege - kaum noch Ausweichmöglichkeiten verblieben. Dies beschreibt eine Passage aus der Petition der Fedderwardersieler Fischer an den Landtag.
Nachhaltigkeit und Engagement der Fischer
Den Vorwurf einer mangelnden ökologischen Verträglichkeit ihrer Arbeit weisen die Fischereibetriebe entschieden zurück. Die Krabbenfischerei unterliege dem strengen MSC-Siegel - eine freiwillige Maßnahme der Fischer, wie Söhnke Thaden betont - und werde nachweislich nachhaltig betrieben. Das renommierte Thünen-Institut habe dem Berufsstand in dem Gutachten „Crainimpact“ lediglich eine zu vernachlässigende Einwirkung auf die Natur bestätigt. Darüber hinaus, so Söhnke Thaden, engagieren sich die Fischer aktiv an Transformationsprojekten wie dem „Kutter der Zukunft“ und bringen als einzige Nutzer regelmäßig Meeresmüll an Land - auf eigene Kosten.
Die 1.810 Stimmen zeigen nach Meinung der Fischer deutlich, wie tief die Fischerei in der Region Butjadingen verwurzelt ist und welchen Stellenwert sie für Wirtschaft, Gastronomie und Tourismus hat. Die Fedderwardersieler Fischer sind dankbar dafür, dass so viele Unterstützerinnen und Unterstützer ihnen „in dieser kritischen Phase den Rücken stärken“. Diese Solidarität gebe dem Berufsstand die nötige Kraft, um sich in Hannover Gehör zu verschaffen.
Forderungen an die Politik
Mit der Übergabe der Petition verbinden die Fischer aus Fedderwardersiel vier klare Erwartungen an die Politik. Ohne ein rechtzeitiges politisches Einlenken drohe nicht nur der Verlust eines jahrhundertealten Berufsstandes, sondern auch das Ende des Hafens Fedderwardersiel als lebendiger Wirtschafts- und Kulturstandort, mahnen die Fischer. Erst jüngst hatte sich der Kreistag mit der Verabschiedung einer entsprechenden Resolution geschlossen hinter die Fischer gestellt.