Starkregen und Gewitter sorgen für über 150 Feuerwehreinsätze im Norden
Ein schweres Unwetter hat am Montagabend insbesondere den Süden Schleswig-Holsteins getroffen. Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und ein Dachstuhlbrand hielten die Einsatzkräfte in Atem.
Schwere Unwetter mit Starkregen und Gewittern haben am Montagabend im Süden Schleswig-Holsteins zu zahlreichen Rettungseinsätzen geführt. Vor allem in den Kreisen Pinneberg und Stormarn rückten die Einsatzkräfte innerhalb weniger Stunden zu mehr als 150 Einsätzen aus. Neben überfluteten Straßen und Kellern kam es zu einem Dachstuhlbrand und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Am Montagabend zog ein schweres Unwetter über Teile von Schleswig-Holstein hinweg, wie die Tagesschau berichtet. Besonders betroffen war die Stadt Elmshorn im Kreis Pinneberg, über der laut Leitstelle eine Gewitterzelle festhing. Innerhalb kürzester Zeit fielen im Durchschnitt 40 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Stellenweise sorgte zudem Hagel für Glätte und Unfälle. In der Spitze befanden sich mehr als 220 Kräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, DRK und Polizei im Dauereinsatz. Ein Sprecher erklärte im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein, dass dies auch für die Feuerwehr eine herausfordernde und nicht alltägliche Lage gewesen sei.
Aufräumarbeiten und überforderte Kanalisation
Am Tag nach dem Unwetter liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Nach Einschätzung von Kreisfeuerwehrsprecher Hauke Pannen kommen diese gut voran. Das Wasser sei mittlerweile aus den vollgelaufenen Unterführungen und von den Straßen abgelaufen, während die Stadtreinigung mit Säuberungsarbeiten beschäftigt ist. Keller wurden leergepumpt, doch bis zur vollständigen Trocknung wird es noch dauern. Unter Wasser standen unter anderem die Unterführungen in Elmshorn. "Wir haben ja die Unterführung der Hamburger Straße, die auch im Volksmund ''Badewanne'' genannt wird", berichtet Pannen. Diese laufe bauartbedingt häufiger voll. Obwohl die Stadtreinigung die Gullis dort besonders oft kontrolliere, habe das diesmal nicht ausgereicht: "In diesem Fall war es einfach so, dass die Regenmassen das Netz komplett überfordert haben."
Eingeschlossene Fahrzeuge und ein Dachstuhlbrand
In der überfluteten Wasserstraße fuhr sich ein Polizeiauto in einer Unterführung fest. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse durch den Starkregen konnten die Beamten im Fahrzeug nicht erkennen, wie hoch das Wasser in der Unterführung stand. Das Auto ist nicht mehr fahrbereit, Personen wurden jedoch nicht verletzt. Zudem setzte ein mutmaßlicher Blitzeinschlag den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in der Hebbelstraße in Brand. Starkregen und Gewitter erschwerten den Einsatz der Feuerwehr erheblich. Da die Gefahr weiterer Blitzeinschläge bestand, konnten bereitstehende Drehleitern zunächst nicht genutzt werden. Eine im Haus vermutete Bewohnerin konnte nicht aufgefunden werden.
Auswirkungen auf Infrastruktur und Nachbarregionen
Auch in Kellinghusen im Kreis Steinburg kam es zu zahlreichen Einsätzen wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg führte das Unwetter laut Kreisverwaltung zu einem Internetausfall im Ratzeburger Interimskreishaus, wodurch der E-Mail-Verkehr und Teile der Telefonanlage gestört wurden. In Mecklenburg-Vorpommern beschädigte das Unwetter zudem eine Druckerei in Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Da eine schnelle Reparatur nicht möglich war, übernahm der Standort in Pinneberg kurzfristig den Druck verschiedener Tageszeitungen, was zu Lieferverzögerungen bei der "Schweriner Volkszeitung", den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten" und dem "Prignitzer" führte, wie der Druckdienstleister "Nordkurier" mitteilte.
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