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Sanitäterin warnt vor den lebensgefährlichen Risiken von Alkohol beim Schwimmen

Nach einem Badeunfall in Kleinkummerfeld mahnt eine Expertin zur Vorsicht. Alkohol schränkt das Urteilsvermögen ein und kann im kalten Wasser zu einem plötzlichen Herzstillstand führen.

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Nach einem Badeunfall in Kleinkummerfeld warnt eine Sanitäterin eindringlich vor den Gefahren von Alkohol beim Schwimmen. Die Kombination aus Hitze, Alkohol und kaltem Wasser kann lebensgefährliche Folgen haben und führt oft zu unbemerktem Ertrinken. Ersthelfer spielen in solchen Notsituationen eine entscheidende Rolle für das Überleben der Betroffenen.
Viele Menschen nutzen sonnige Tage für einen Ausflug ans Wasser, bei dem auch Alkohol konsumiert wird. Dass die Baderegeln davor warnen, alkoholisiert ins Wasser zu steigen, gerät dabei schnell in Vergessenheit. Nach dem tragischen Badeunfall einer 13-Jährigen mahnt Sanitäterin Jordis Hauser-Kreuz aus Boostedt zur Vorsicht, wie die shz berichtet. Die ehrenamtliche Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, Seelsorgerin und Erste-Hilfe-Ausbilderin warnt davor, nach dem Konsum von Alkohol schwimmen zu gehen oder sich überhaupt ins Wasser zu begeben.

Die unsichtbaren Gefahren von Alkohol im Wasser

„Aus gutem Grund ist auch das Autofahren unter Alkoholeinfluss verboten“, sagte die 47-Jährige. Alkohol beeinträchtige die Reaktionsfähigkeit und das Urteilsvermögen. Situationen würden falsch eingeschätzt, die Hemmschwelle sinke, und riskantes Verhalten erscheine plötzlich harmlos. Gerade am Wasser könne dies fatale Folgen haben, weil Gefahren nicht mehr realistisch wahrgenommen würden und auch die Orientierungsfähigkeit leide. Zudem überschätzten alkoholisierte Menschen ihre körperliche Leistungsfähigkeit, wodurch die Kräfte im Wasser schneller schwinden als an Land. „Man wird schnell schwach und verliert unter Umständen die Kontrolle über den eigenen Körper“, erklärte die Expertin. Eine schwere Alkoholvergiftung kann mit Bewusstlosigkeit einhergehen, wodurch lebenswichtige Schutzreflexe stark eingeschränkt sind. Wer im Wasser das Bewusstsein verliert, kann Wasser einatmen und ertrinken.

Körperliche Reaktionen und Temperaturunterschiede

Besonders tückisch ist, dass Ertrinken meist geräuschlos verläuft. Anders als in Filmen wird oft weder laut um Hilfe gerufen noch auffällig mit den Armen gerudert. Menschen, die wegen eines medizinischen Notfalls oder Bewusstlosigkeit untergehen, werden häufig erst spät bemerkt. Gefährlich ist außerdem der Sprung in einen kalten See nach einem sonnigen Sommertag mit Alkohol im Körper. Durch die Hitze und den Alkohol sind die Blutgefäße gedehnt. Ein plötzlicher Kältereiz sorgt für ein abruptes Zusammenziehen der Gefäße, was mit einem Blutdruckanstieg einhergehen und im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand führen kann.

Richtiges Verhalten im Ernstfall

Wer eine möglicherweise hilfsbedürftige Person entdeckt und unsicher ist, sollte unverzüglich den Notruf 112 wählen. Wenn man sich nicht traut, die Person körperlich auf Atmung zu prüfen – aus Angst vor Eigengefährdung oder aus Respekt –, kann man sich während des Telefonats mit dem Rettungsdienst oder gemeinsam mit anderen Helfern der betroffenen Person nähern. Für Ersthelfer gilt die Regel: anschauen, ansprechen und die Person vorsichtig an der Schulter anfassen. Ist die Person bewusstlos, atmet aber noch, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Fehlt die Atmung, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. „Die größte Gabe, die wir haben, ist, dass wir mit unseren Händen Leben erhalten können, bis der Rettungsdienst eintrifft“, betonte Jordis Hauser-Kreuz. Sie fügte hinzu: „Wenn Ersthelfer nichts tun, hat auch der Rettungsdienst oft keine Chance mehr.“

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