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Niedersachsen stellt neuen Aktionsplan gegen Wassermangel und Hochwasser vor

Mit dem „Masterplan Wasser“ reagiert die Landesregierung auf die zunehmenden Folgen des Klimawandels. Das 66 Maßnahmen umfassende Paket stößt bei Naturschützern und Opposition jedoch auf Kritik.

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Mit dem neuen „Masterplan Wasser“ will das Land Niedersachsen den Folgen des Klimawandels begegnen und die Wasserwirtschaft zukunftsfähig aufstellen. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) stellte am Mittwoch in Hannover ein Paket aus 66 Maßnahmen vor, das unter anderem dem Hochwasserschutz und dem Erhalt des Grundwassers dienen soll. Wie die Tagesschau berichtet, reagiert die Landesregierung damit auf zunehmende Wetterextreme wie Hitze, Dürre und Starkregen.
Der vorgestellte Plan greift nach Angaben des Umweltministeriums erstmals alle Aspekte des Wasserkreislaufs auf und umfasst 16 Schwerpunkte. Die drei zentralen Handlungsfelder sind den Angaben des Umweltministeriums zufolge „Nachhaltiges Wassermanagement“, „Schutz vor Wasser“ und „Schad- und Nährstoffe reduzieren“. Die Maßnahmen reichen vom Wassersparen über die Entsiegelung von Flächen bis hin zur Schonung des Grundwassers und der Renaturierung von Gewässern. Städte sollen künftig nach dem Schwammstadt-Prinzip gestaltet werden, um Regenwasser vor Ort zu speichern, anstatt es abzuleiten. Zudem soll für die Bewässerung von Feldern vermehrt auf alternative Quellen wie Kanalwasser, gereinigtes Abwasser und gespeichertes Regenwasser zurückgegriffen werden.

Niedrige Grundwasserstände und steigender Verbrauch

Hintergrund der Maßnahmen sind die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Im Juni wurden in Niedersachsen Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen, wobei laut Umweltministerium an 48 von 49 Messstationen Höchstwerte verzeichnet wurden. Aktuell befindet sich der Grundwasserstand bei fast der Hälfte der Messstellen (48,4 Prozent) auf einem sehr niedrigen Niveau. Nur 3,7 Prozent der Messpunkte verzeichneten ein hohes oder sehr hohes Niveau, während 5,6 Prozent sogar Rekordniedrigstände seit Messbeginn aufwiesen. Gleichzeitig steigt der Wasserverbrauch in Haushalten, Industrie und Landwirtschaft laut Prognosen deutlich an. Umweltminister Christian Meyer bezeichnete die Klimakrise am Mittwoch daher auch als „Wasserkrise“. Der Masterplan soll sicherstellen, dass die Menschen in Niedersachsen auch künftig zuverlässig mit Wasser versorgt und vor Extremereignissen geschützt sind.

Millioneninvestitionen in den Klimaschutz

Zur Umsetzung der Klimaanpassung verpflichtet das Land seine Landkreise und kreisfreien Städte über eine Erneuerung des Landesklimagesetzes zur Erstellung von Klimaanpassungskonzepten. Dem Umweltministerium zufolge unterstützt das Land die Kommunen dabei mit dem Förderprogramm „Klima Kommunal Niedersachsen Invest (KliKoNI)“ in Höhe von 120 Millionen Euro. Davon stammen 90 Millionen Euro aus dem Bundes-Sondervermögen für „Infrastruktur und Klimaneutralität“. Bereits im Jahr 2026 seien zudem 42,5 Millionen Euro in den Hochwasser- und Küstenschutz investiert worden. Auch das im Juni verabschiedete Landes-Wassergesetz soll den Gewässerschutz stärken.

Kritik von Naturschützern und Opposition

Der Naturschutzbund NABU begrüßt das Rahmenkonzept, bemängelt jedoch die fehlende Verbindlichkeit. Um diese auch umzusetzen, müsste Geld in die Hand genommen werden, betonte Sprecher beim NABU Niedersachsen Lamin Neffati im Gespräch mit dem NDR Niedersachsen. Es reiche nicht, zu hoffen, dass Menschen die Anreize zum Wassersparen wahrnehmen, so Neffati. Auch der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) äußert Skepsis und kritisiert eine unzureichende Einbindung der Kommunen bei der Erarbeitung. Angesichts finanzieller Probleme der Kommunen bleibe die Realisierung und Finanzierung der Maßnahmen unklar. Kritik kommt zudem von der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Diese versuche mit „einen ein Jahr alten Masterplan aus der Schublade, ohne Neues“ fünf Jahre nach der Ahrtal-Katastrophe positive Schlagzeilen zu produzieren, teilte wasserpolitischer Sprecher der Fraktion Frank Schmädeke am Mittwoch schriftlich mit. Er forderte die Regierungskoalition zum Handeln auf, da vulnerable Gruppen durch Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen allein nicht ausreichend geschützt seien und technische Lösungen wie Klimaanlagen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erforderlich seien.

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