Vier neue Windkraftanlagen in Rohlsdorf offiziell in Betrieb genommen
Zwischen Ratekau und Scharbeutz erzeugen vier neue Windräder Ökostrom für rund 17.400 Haushalte. Das Projekt stieß im Vergleich zu anderen Windparks auf ungewöhnlich wenig Protest.
Vier neue Windräder und kein Gemecker? Das grenzt im Norden an ein Wunder.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Zwischen Ratekau und Scharbeutz sind vier neue Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von bis zu 199,9 Metern offiziell in Betrieb gegangen. Der neue Windpark Rohlsdorf erzeugt jährlich rund 53 Millionen Kilowattstunden Ökostrom und kann damit etwa 17.400 Drei-Personen-Haushalte versorgen. Das Projekt der Stadtwerke Lübeck und der Stawag stieß im Vergleich zu anderen Vorhaben auf bemerkenswert wenig Protest, wie die shz berichtet. Die Stadtwerke Lübeck haben gemeinsam mit der Stawag (Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG) auf einer knapp 30 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche bei Rohlsdorf das Energiewende-Projekt ans Netz gebracht. Der Windpark Rohlsdorf stehe für den konsequenten Ausbau erneuerbarer Eigenerzeugung und mache die Transformation der Energieversorgung vor Ort sichtbar, sagte CEO der Stadtwerke-Lübeck-Gruppe Dr. Jens Meier. „Für die Erreichung der Klimaneutralität Schleswig-Holsteins bis 2040 ist der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien immens wichtig.“
Leistungsstarker Windpark bei Rohlsdorf
Die vier Windkraftanlagen erreichen eine Gesamtleistung von 20,1 Megawatt bei Gesamthöhen von bis zu 199,9 Metern und Rotordurchmessern von maximal 149 Metern. Durch die Inbetriebnahme wird eine jährliche CO₂-Einsparung von rund 40.769 Tonnen ermöglicht. Die Fläche bei Rohlsdorf wurde im Jahr 2020 im Rahmen der Regionalplanung in Schleswig-Holstein als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen.
„Für uns als Projektentwickler begann aber bereits zum Start des Regionalplanverfahrens 2016 die Prüfung, ob der Standort unter anderem hinsichtlich Windaufkommen, Genehmigungsfähigkeit und Netzanbindung geeignet war“, sagte Pressesprecher der Stadtwerke-Lübeck-Gruppe Tim Krawczyk. Zudem stand das Unternehmen im Austausch mit den Grundstückseigentümern. „In Rohlsdorf gelang es uns, die Eigentümer von unserem Konzept und unserer Arbeitsweise zu überzeugen“, so Krawczyk.
Sorgfältige Planung verhindert Proteste
Dass das Projekt mit vergleichsweise wenigen Beschwerden von Anwohnern und Verbänden realisiert werden konnte, führen die Verantwortlichen auf eine konstruktive Zusammenarbeit und transparente Projektentwicklung zurück. Bei Rohlsdorf seien alle gesetzlichen Anforderungen bezüglich Artenschutz, Wohnbebauungsabstand und Umweltauflagen umfassend geprüft und eingehalten worden.
„Mit dem Windpark zeigen wir, wie kommunale Unternehmen Verantwortung für eine sichere Energiezukunft übernehmen“, sagte Meier. Vorstand der Stawag Wilfried Ullrich ergänzte: „Unser gemeinsames Projekt hier in Rohlsdorf beweist, wie wichtig geeignete Flächen, sorgfältige Planung und starke Partnerschaften für den Ausbau der Windenergie sind.“
Weitere Projekte in Schleswig-Holstein
Neben Rohlsdorf haben die Partner den Windpark Schülp-Jevenstedt nahe Rendsburg mit zwei Anlagen fertiggestellt, die jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom für etwa 9800 Drei-Personen-Haushalte produzieren. Zudem sollen noch in diesem Jahr im Kreis Stormarn zwei Windräder im Windpark Heilshoop in Betrieb gehen, um rund 9474 Drei-Personen-Haushalte zu versorgen.
Zu weiteren Planungen in der Region äußern sich die Unternehmen derzeit nicht. „Zu weiteren Projektentwicklungen äußern wir uns erst dann öffentlich, wenn entsprechende Planungen ausreichend konkret sind“, sagte Krawczyk. Auch die genauen Investitionssummen für Rohlsdorf bleiben geheim, wobei die Stadtwerke lediglich mitteilten, dass Windparks dieser Größenordnung Investitionen von mehreren Millionen Euro erfordern.
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