Starkregen sorgt für zahlreiche Feuerwehreinsätze im Norden
Ein schweres Unwetter mit heftigem Starkregen hat in Schleswig-Holstein und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns zu Überflutungen, einem Dachstuhlbrand und technischen Ausfällen geführt.
Ein schweres Unwetter mit Starkregen hat am Montagabend in Schleswig-Holstein zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt. Besonders betroffen war Elmshorn, wo Straßen, Keller und Unterführungen überflutet wurden. Auch in anderen Kreisen sowie im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern kam es zu Schäden und Beeinträchtigungen. Allein in Elmshorn im Kreis Pinneberg sorgten das Unwetter und der Starkregen am Montagabend für mehr als 130 Feuerwehreinsätze. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes standen zahlreiche Keller, Tiefgaragen und Bahnunterführungen unter Wasser. Für die Feuerwehr Elmshorn wurde Vollalarm ausgelöst. In der Spitze waren mehr als 220 Kräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, DRK und Polizei im Dauereinsatz. Innerhalb kürzester Zeit kamen nach Angaben der Leitstelle 60 Liter pro Quadratmeter runter.
Überlastetes Kanalisationsnetz und steckengebliebene Fahrzeuge
Unter Wasser standen unter anderem die Unterführungen in Elmshorn, berichtet Kreisfeuerwehrsprecher Hauke Pannen. "Wir haben ja die Unterführung der Hamburger Straße, die auch im Volksmund ''Badewanne'' genannt wird, [weil sie] bauartbedingt gerne mal vollläuft." Zwar kontrolliere die Stadtreinigung dort die Gullis nochmal öfter als anderswo, doch dieses Mal habe das nicht ausgereicht. "In diesem Fall war es einfach so, dass die Regenmassen das Netz komplett überfordert haben." Unter anderem fuhr sich ein Polizeiauto in einer überfluteten Unterführung ausgerechnet in der Wasserstraße fest, wie die Tagesschau berichtet. Verletzt wurde niemand.
Dachstuhlbrand und weitere betroffene Regionen
Vermutlich ein Blitzeinschlag setzte außerdem den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in der Hebbelstraße in Brand. Hier sorgten Starkregen und Gewitter für einen schwierigen Einsatz der Feuerwehr. Weil die Gefahr bestand, dass weitere Blitze einschlagen, konnten nach Feuerwehrangaben bereitstehende Drehleitern zunächst nicht eingesetzt werden. Im Haus wurde eine Bewohnerin vermutet, die aber nicht gefunden werden konnte. Zahlreiche Einsätze gab es auch in Kellinghusen im Kreis Steinburg. Auch hier ging es vor allem um voll gelaufene Keller und überflutete Straßen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es ebenfalls Auswirkungen des Unwetters: Die Kreisverwaltung im Ratzeburger Interimskreishaus hat nach eigenen Angaben aktuell kein Internet mehr. E-Mails könnten weder empfangen noch gesendet werden, auch die Telefonanlage sei teilweise betroffen. Wie lange es dauert, das Problem wieder zu beheben, ist demnach noch unklar.
Auswirkungen auf Druckerei in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern wurde durch das Unwetter eine Druckerei in Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim beschädigt, die normalerweise verschiedene Tageszeitungen druckt. Das teilte der Druckdienstleister "Nordkurier" mit. Eine Reparatur sei so schnell nicht mehr möglich gewesen. Jetzt übernimmt kurzfristig der Standort in Pinneberg den Druck, dadurch verzögere sich jedoch die Auslieferung. Betroffen sind demnach die "Schweriner Volkszeitung", die "Norddeutsche Neueste Nachrichten" und der "Prignitzer".
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