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Invasive Pflanzenarten breiten sich in heimischen Wäldern und Parks aus

Einst als Zierpflanzen importiert, verdrängen Arten wie die Spätblühende Traubenkirsche zunehmend heimische Gewächse. Die Bekämpfung der robusten Eindringlinge gestaltet sich äußerst schwierig.

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Ein bisschen Unkraut vergeht nicht. Aber diese Importe sind echt verdammt hartnäckig. — Rocky, Chefkolumnist
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Einst als exotische Zierpflanzen oder Bienenweiden nach Europa importiert, entwickeln sich Arten wie das Indische Springkraut, die Kanadische Goldrute und die Spätblühende Traubenkirsche zu einem ökologischen Problem. Sie breiten sich unkontrolliert aus und verdrängen die heimische Flora. Vor allem die Bekämpfung der robusten Spätblühenden Traubenkirsche stellt die Forstwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen.
Parkanlagen wurden früher gerne als Vorzeigeobjekte genutzt, in denen zunehmend exotische Pflanzen aus anderen Regionen angepflanzt wurden. Da jedoch selten darauf geachtet wurde, ob die hiesigen Bedingungen den Ansprüchen dieser fremden Pflanzen genügten, gelangten einige Arten nach Europa, die sich nachträglich als problematisch erwiesen, berichtet die Nordsee-Zeitung. Ein Beispiel hierfür ist das aus dem Himalaya stammende Indische Springkraut, auch bekannt als Drüsiges Springkraut. Wegen seiner Blüten wurde es früher als Bauernorchidee bezeichnet und von Imkern als Bienenweide genutzt. Die blühfreudige Pflanze breitete sich jedoch flächig und vermehrungsfreudig aus, verdrängte andere Arten in ihrem Lebensraum und löste einen bis heute andauernden Bekämpfungsprozess aus.

Kanadische Goldrute verdrängt heimische Verwandte

Ein ähnliches Verhalten zeigt die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), die Mitte des 17. Jahrhunderts wegen ihres Aussehens und als späte Bienenweide in Europa eingeführt wurde. Die heimische Goldrute (Solidago virgaurea), die früher in fast jedem Bauerngarten zu finden war, konnte sich gegen die nordamerikanische Verwandte optisch nicht mehr durchsetzen. Obwohl Imker den Neuankömmling anfangs begrüßten, da er die Bienenweide verlängerte, breitet sich die Kanadische Goldrute als Pionierpflanze stark aus und verdrängt andere Pflanzen, einschließlich der heimischen Goldrute.

Die Spätblühende Traubenkirsche als forstlicher Problemfall

Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) stammt ebenfalls aus Nordamerika und wurde seit dem 17. Jahrhundert als sommergrünes Ziergehölz in europäischen Parks angepflanzt. Während der Baum in Amerika bis zu 35 Meter hoch werden kann, wächst er in Europa meist nur rund 20 Meter hoch und ähnelt eher einem Gehölz. Eingeführt wurde die Art wegen ihrer gelb bis orangen Herbstfärbung. Die Früchte, die von Hellrot über Violett-Rot zu Schwarz reifen, bieten zwar wenig Fruchtfleisch, werden jedoch von Vögeln gefressen. Durch das Ausscheiden der Steine tragen die Vögel wesentlich zur invasiven Verbreitung bei. Forstlich wurde die Spätblühende Traubenkirsche angepflanzt, weil sie anspruchslos, robust, windresistent und kaum spätfrostgefährdet ist. Auf schlechten Standorten trägt sie durch ihre leicht zersetzbare Streu zur Bodenverbesserung bei, entzieht dem Boden jedoch relativ viel Stickstoff, was zu einer Nitratauswaschung belasteter Böden beitragen kann. Da sich der Baum nicht nur über Früchte, sondern auch über üppige Stockausschläge nach dem Fällen sowie über Wurzelausschläge verbreitet, bildet er in Wäldern schnell eine dichte, geschlossene Strauchschicht. Wildverbiss gibt es kaum, da der Baum bei Blattverletzungen Gifte entwickelt. Zudem verjüngt sich die Halbschattenart vor Lichtbaumarten wie Eichen, Kiefern oder Ebereschen.

Schwierige Beseitigung der Bäume

Die Beseitigung der Spätblühenden Traubenkirsche erweist sich als schwierig. Im frühen Stadium hilft das Ausreißen, später ist das Roden mit schwerem Gerät erforderlich. Ist dies nicht möglich, hilft es, den Baum dicht über dem Boden zu fällen und mit dicker Folie mindestens sechs Jahre abzudecken. Auch das sogenannte „Ringeln“ – die vollständige Entfernung der Rinde vom Boden bis in eine Höhe von etwa 50 Zentimetern – sowie eine mehrjährige Kontrolle zur Beseitigung von Stockausschlägen, Wurzelbrut oder Keimlingen können helfen. Der Fall zeigt, dass nicht alles, was sich andernorts bewährt, auch hierzulande sinnvoll ist, weshalb Vorsicht geboten ist, damit nicht-heimische Pflanzen die Gärten nicht verlassen und sich unkontrolliert ausbreiten.

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