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Streit um Straßensperrung in Flensburg: Stadt und TV-Produktion uneinig

Nach der dreitägigen Sperrung der Schiffbrücke in Flensburg herrscht Uneinigkeit über die Gründe. Während das Rathaus auf Dreharbeiten verweist, weist die Produktionsfirma von „Dr. Nice“ jede Verantwortung von sich.

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Drei Tage Sperrung für nix? Da hilft auch kein Rezept von Dr. Nice. — Rocky, Chefkolumnist
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Die dreitägige Vollsperrung der Schiffbrücke in Flensburg sorgt auch nach dem Hafenfest Dampf-Rundum für Diskussionen. Während die Stadt als weiteren Grund für die Maßnahme Dreharbeiten der ZDF-Serie „Dr. Nice“ nennt, widerspricht die Produktionsfirma dieser Darstellung vehement. Die Sperrung hatte am vergangenen Wochenende zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt.
Nach dem Ende des Festes, als das Postschiff „Skjelskør“ und der Schlepper „Björn“ bereits wieder abgereist waren, bleibt die Frage nach dem Grund für die Verkehrsbehinderungen offen. Auf Nachfrage im Rathaus gab die Stadt an, dass das Dampf-Rundum nicht der einzige Grund für die Sperrung gewesen sei. Auch Dreharbeiten für die ZDF-Arztserie „Dr. Nice“ hätten eine Rolle gespielt. Die Produktionsfirma dementiert dies jedoch. „Dr. Nice ist unschuldig“, versichert eine namentlich nicht genannte Sprecherin auf Nachfrage der Redaktion, wie die shz berichtet. „Wir sind für keine Sperrung in Flensburg in dem Zeitraum verantwortlich. Da wurde sicher etwas durcheinandergebracht.“

Stadt begründet Sperrung mit logistischen Überschneidungen

Rathaussprecher Clemens Teschendorf erklärt dazu, der Auslöser seien Dreharbeiten am Donnerstag gewesen. Man habe vermeiden wollen, dass es zu Komplikationen kommt, wenn gleichzeitig die Abbauarbeiten nach der TV-Produktion und die Aufbauarbeiten für das Dampf-Rundum laufen. Die Entscheidung habe die Straßenverkehrsbehörde zwei Tage nach Anhörung der Vertreter des Historischen Hafens, von Aktivbus und der Produktionsleitung von „Dr. Nice“ getroffen, nämlich am 3. Juli. Am selben Tag gab das TBZ die Vollsperrung in seinem Verkehrsticker bekannt, wobei als Grund ausschließlich das Dampf-Rundum genannt und der Historische Hafen als „verantwortlich“ bezeichnet wurde. Von Dreharbeiten war keine Rede.

Veranstalter sahen keine Notwendigkeit für Vollsperrung

Die Dampf-Rundum-Veranstalter Frank Petry und Heide Breuer vom Historischen Hafen betonen jedoch, dass die Initiative nicht von ihnen ausging. Sie hatten die Sperrung noch während des Festes als „unverhältnismäßig“ bezeichnet. „Wir wollten lediglich die Busspur für die rollenden Dampfmaschinen freihalten“, hatte Petry gesagt. Zunächst stand deshalb im Raum, die Schiffbrücke nur halbseitig zu sperren, wodurch die Stadtbusse auf einem der beiden regulären Fahrstreifen freie Fahrt gehabt hätten. Eine formale Auswertung der dreitägigen Sperrung wird es laut Teschendorf nicht geben, da der Zeitraum dafür zu kurz war. Man werde die Erfahrungen vom vergangenen Wochenende jedoch beim nächsten Dampf-Rundum im Jahr 2028 berücksichtigen. Bereits im vergangenen November hatten die Grünen im Rat im Zuge der Diskussion um eine autofreie Schiffbrücke angeregt, eine Sperrung zum Beispiel beim Dampf-Rundum einmal auszuprobieren.

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