Steigende Temperaturen erhöhen Waldbrandgefahr in Niedersachsen
Wegen anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 Grad gilt in Teilen Niedersachsens die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Neben der Trockenheit ist häufig menschliche Unachtsamkeit die Ursache für Brände.
In Niedersachsen sorgt die aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen von 30 Grad und mehr für eine stark erhöhte Waldbrandgefahr. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit gilt in mehreren Regionen bereits die zweithöchste Gefahrenstufe. Neben den klimatischen Bedingungen ist laut Experten vor allem menschliches Verhalten die Hauptursache für die Entstehung von Bränden. Die Wälder im Land sind derzeit extrem trocken und anfällig für Feuer, wie die Tagesschau berichtet. Besonders in der Phase von Mai bis Juli sei die Situation kritisch, erklärte Forstwissenschaftlerin Tanja Sanders vom Thünen-Institut mit Sitz in Braunschweig. „Jede weitere Hitzewelle in dieser Phase erhöht entsprechend kurzfristig die Entzündungsgefahr“, so Sanders. Die grundsätzliche Gefährdung durch mehr heiße und trockene Tage aufgrund des Klimawandels habe sich in den vergangenen Jahren verschärft.
Zweithöchste Gefahrenstufe im Nordosten
Nach dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt aktuell an mehreren Orten die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Betroffen ist vor allem der Nordosten Niedersachsens mit den Orten Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg), Bergen (Landkreis Celle), Uelzen und Celle. Auch in Wunstorf in der Region Hannover wurde die Stufe 4 ausgerufen. Die Lüneburger Heide stellt dabei aufgrund ihrer Sandböden und Nadelwälder ein Hochrisikogebiet dar, wie Leiter der Waldbrandzentrale in Lüneburg Knut Sierk dem NDR Niedersachsen erklärte. Zum Wochenbeginn könnten vereinzelte Schauer die Lage örtlich entschärfen.
Menschliches Verhalten als Hauptursache
Häufig werden Waldbrände jedoch durch den Menschen verursacht. Neben Fahrlässigkeit und in einigen Fällen Vorsatz müsste laut Sanders eigentlich noch „Dummheit“ als eigene Kategorie hinzugefügt werden. Die Expertin betonte: „Grillen am See bei trockenen 40 Grad Celsius im Kiefernforst ist keine Fahrlässigkeit mehr und aus gutem Grund verboten.“
Mehrere Brände am Wochenende
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen führten bereits am vergangenen Wochenende zu mindestens vier Feuerwehreinsätzen wegen Flächenbränden in Niedersachsen. In Lähden im Landkreis Emsland gerieten am Sonntagabend eine Ballenpresse und knapp zwei Hektar Acker in Brand. Nur wenige Stunden zuvor verursachte eine Landmaschine ein Feuer auf einem Stoppelfeld in Dötlingen im Landkreis Oldenburg. Bereits am Samstag ereigneten sich zwei größere Feldbrände in Fürstenau im Landkreis Osnabrück und Twistringen im Landkreis Diepholz. Allein für den Brand in Fürstenau schätzt die Polizei den entstandenen Schaden auf rund 132.000 Euro.
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