Sicherheitsgipfel in Stade: Stadt und Polizei reagieren auf Unruhen
Nach mehreren Vorfällen im Altländer Viertel in Stade soll die Polizeipräsenz erhöht werden, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Stadt und Landkreis planen zudem weitere Maßnahmen für den Herbst.
Nach einer Häufung von Konflikten und Vorfällen im Altländer Viertel in Stade wollen die Stadt und die Polizei das Sicherheitsgefühl der Anwohner verbessern. Ein Sicherheitsgipfel soll den Weg für verstärkte Kontrollen und einen Maßnahmenplan ebnen. Trotz der Besorgnis in der Bevölkerung betonen die Behörden, dass keine erhöhte Kriminalität vorliegt. Im Altländer Viertel gehören Müllberge, lautstarke Diskussionen und tägliche Polizeieinsätze zum Alltag. Anwohner berichteten gegenüber dem NDR Niedersachsen von einem Unwohlsein bei der Rückkehr in ihre Wohnungen nach der Arbeit. Nachts sei es oft bis 3 Uhr laut, da Nachbarn auf den Rasenflächen vor den Hausblöcken grillen und laute Musik hören. Die Polizei führt in solchen Fällen Ansprachen bei den entsprechenden Personen durch. Ein namentlich nicht genannter Vermieter, der aus Angst vor Konflikten mit Mietern anonym bleiben möchte, gab jedoch an, dass die Polizei manchmal gar nicht erst komme.
Sorgen der Bürger und polizeiliche Einschätzung
Der Stader Günter Augustin zeigt sich besorgt um seine Tochter, die im Altländer Viertel wohnt: „Die Unruhen sind schon besorgniserregend“, sagt er. Auch für Irmgard Hebrank, die zwar nicht in dem Viertel wohnt, aber abends aus Sicherheitsgründen lieber zuhause bleibt, ist die Situation belastend: „Das ist ein unangenehmes Gefühl“, erzählt sie. Polizei und Stadt geben unterdessen Entwarnung und stellen keine erhöhte Kriminalität in dem Viertel oder im gesamten Stadtgebiet fest. „Es ist jetzt gerade auffällig, weil es zweimal hintereinander war, aber wir haben da immer schon solche Einsätze gehabt“, so Rainer Bohmbach von der Polizeiinspektion Stade.
Erhöhte Polizeipräsenz und Überprüfung der Wohnsituation
Nach einem von Landrat Kai Seefried (CDU) veranlassten Sicherheitsgipfel Anfang Juli soll die Polizei nun breiter aufgestellt werden. Neben regulären Streifenfahrten wird die Bereitschaftspolizei Kontrollen am Bahnhof, in der Innenstadt und im Altländer Viertel durchführen. „Die Polizei ist da und sie kümmert sich“, sagt Stadtrat Carsten Brokelmann (parteilos). Zudem sollen die Mietverhältnisse und die Wohnsituation im Altländer Viertel geprüft werden. Wie die Tagesschau berichtet, nutzen Vermieter laut Angaben eines Mieters vereinzelt seit einigen Jahren die finanzielle Not der Bewohner aus; die Wohnungen befänden sich in einem desolaten Zustand und böten teils weder Heizung noch warmes Wasser.
Maßnahmenplan für den Herbst
Die Dauer der erhöhten Polizeipräsenz liegt im Ermessen der Polizei Stade, wie Stadtrat Carsten Brokelmann erklärte. Ab August, kurz vor den Kommunalwahlen, soll in Abstimmung mit der Polizei, dem Sozialamt und dem Landkreis über weitere Maßnahmen zur Stärkung des Sicherheitsgefühls beraten werden.
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