Klinikschließung in Brake gefährdet regionale Notfallversorgung
Nach der angekündigten Schließung des St.-Bernhard-Hospitals droht in der Wesermarsch eine erhebliche Versorgungslücke. Eine Auswertung des Rettungsdienstes verdeutlicht die tragende Rolle der Klinik bei Notfalleinsätzen.
Nach der angekündigten Schließung des St.-Bernhard-Hospitals in Brake sorgt sich die Region Wesermarsch um die zukünftige Notfallversorgung. Eine Auswertung des Rettungsdienstes zeigt, dass die Klinik bislang eine zentrale Rolle bei Notfalleinsätzen spielte. Nun stellt sich die Frage, wie die entstehende Lücke geschlossen werden kann. Wie die Kreiszeitung beim Rettungsdienst Wesermarsch erfragt hat, führten im vergangenen Jahr von insgesamt 10.700 Fahrten mit Klinikziel allein 2.620 zum Braker Krankenhaus. Dies entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Die Daten der Vorjahre verdeutlichen die konstante Auslastung: Im Jahr 2021 steuerte der Rettungsdienst das Hospital 2.409-mal an, 2.614-mal im Jahr 2022, 2.497-mal im Jahr 2023 und sogar 2.977-mal im Jahr 2024. Derzeit wird geprüft, ob in Brake ein ambulantes und teilstationäres Gesundheitszentrum entstehen kann. Ob dieses auch eine Notaufnahme umfassen könnte, ist laut Landkreis-Sprecher Gunnar Meister Teil der Überlegungen.
Ungewissheit über zukünftige Rettungswege
Ob die verbleibenden Kliniken in der Region den Wegfall auffangen können, bleibt unklar. „Eine belastbare Prognose oder Aussage ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich“, sagt hierzu Landkreis-Sprecher Gunnar Meister. Wie sich die Rettungswege entwickeln würden, falls es in Brake dauerhaft keine Notaufnahme mehr gibt, sei schwer vorhersehbar. „Notfallpatienten werden entsprechend ihrem Krankheitsbild in das nächstgelegene geeignete Krankenhaus mit verfügbaren Kapazitäten transportiert“, macht er deutlich. Dies sei abhängig von der jeweiligen Notfallsituation und somit nicht ortsgebunden, so Gunnar Meister. Ohne die Notaufnahme in der Kreisstadt ist jedoch zu erwarten, dass Patienten aus dem Raum Brake künftig vermehrt in umliegende Krankenhäuser transportiert werden, insbesondere nach Nordenham und Oldenburg.
Helios-Klinik Wesermarsch am häufigsten angesteuert
Die Helios-Klinik Wesermarsch könnte künftig eine noch größere Rolle einnehmen. Im vergangenen Jahr endeten 4.066 der insgesamt 10.700 Einsatzfahrten an der Mildred-Scheel-Straße, was einem Anteil von 38 Prozent entspricht. Keine andere Klinik wurde öfter angesteuert, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Zum Vergleich: Zum Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide führten im Jahr 2025 lediglich 1.075 Fahrten des Rettungsdienstes. Das Haus belegt somit „weit abgeschlagen“ Platz drei in der Auswertung. Auf dem vierten Platz folgt das Evangelische Krankenhaus in Oldenburg mit 514 Fahrten.Ein dauerhafter Wegfall der Notaufnahme in Brake hätte zudem direkte Konsequenzen für den Rettungsdienst selbst. Die Fahrzeuge müssten weitere Strecken zurücklegen, was zu höherem Spritverbrauch und Verschleiß führen würde. Da ein Rettungsfahrzeug bei Fahrten nach Oldenburg statt nach Brake länger gebunden wäre, stünde es für andere Einsätze nicht zur Verfügung. Dies könnte den Bedarf an zusätzlichen Fahrzeugen und Mitarbeitern erhöhen.
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