Geschichtsunterricht am Strand: Wikingerfest lockt Besucher nach Eckernförde
Am vergangenen Wochenende verwandelte sich der Kurstrand von Eckernförde in ein historisches Wikingerlager. Neben Schaukämpfen und Waffenkunde räumten die Darsteller auch mit historischen Mythen auf.
Wikinger ohne Hörner am Helm? Hauptsache, der Wind weht die Frisur nicht weg.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Vom 10. bis zum 12. Juli verwandelte sich der Kurstrand von Eckernförde in ein historisches Wikingerlager. Zahlreiche Besucher verfolgten Schaukämpfe, lernten historische Fakten und erlebten das Alltagsleben der Nordmänner hautnah. Das dreitägige Wikingerfest bot ein abwechslungsreiches Programm für Familien und Geschichtsinteressierte. Wie die shz berichtet, konnten die Besucher am Strand Wikingerzelte und historische Gewänder entdecken. Bei Programmpunkten wie „Wer waren die Wikinger?“ oder „Wikinger-Waffenkunde“ räumten Vereine und Reenactment-Fans mit gängigen Klischees auf. So wurde erklärt, dass der germanische Gott Thor der Namensgeber für den Donnerstag ist und Wikingerhelme in Wahrheit keine Hörner besaßen. Auch getrunken wurde im Alltag aus Tongefäßen statt aus Trinkhörnern, welche fast ausschließlich für Zeremonien reserviert waren. Da Eisen selten war, besaßen die Äxte zudem fast nur ein einziges Axtblatt.
Mythen und historische Fakten im Fokus
Ein besonderer Höhepunkt war das Eichhörnchen „Ratatosk“, eine Figur aus der nordischen Mythologie, die auf dem Weltenbaum „Yggdrasil“ Nachrichten überbringt. Gespielt und gesprochen wurde die Figur von Darsteller Flinkie. „Dabei sorgt es für viel Zwist“, lachte Flinkie bei der Show. In Eckernförde fragte das Eichhörnchen: „Wer war der Gott des Donners?“ oder „Wie sahen die Wikinger früher wirklich aus?“. Flinkie erklärte zudem: „Wir kommen aus ganz Deutschland und haben Lust auf das Wochenende in Eckernförde.“ Gemeinsam mit seinen Kindern reiste er bereits am Donnerstag an. „Ich bin mit meinen Kindern seit dem Aufbau am Donnerstag da. Wir leben hier dann auch wie die Menschen zur Wikingerzeit – in authentischen Zelten und mit Kochen über dem offenen Feuer“, so Flinkie weiter.
Konflikte und Begeisterung am Strand
Das Kochen über offenem Feuer stieß jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Laut Flinkie gab es bereits Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung und Rauch. „Das ist wirklich schade, wir müssen ja nun mal etwas essen und sind daher auf das Feuer angewiesen“, äußerte sich der Darsteller dazu. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Rüdiger Hein, genannt „Heini von’ne Küst“, erklärte begeistert: „Für mich ist das wie Kurzurlaub. Man kommt beim Reenactment völlig aus seinem Alltag raus und lebt in einer anderen Welt“.Auch bei den Familien kam das Fest gut an. Für Familie Voß aus Kiel bot das Wikingerfest das perfekte Sonntagsprogramm für die gemeinsame „Oma- und Opa-Zeit“ mit den Enkeln aus Eckernförde, die zwischen den Programmpunkten baden oder ein Eis essen konnten. Familie Piegsa aus Gettorf, die bereits öfter zu Gast war, fand das Programm für Familien ebenfalls toll. Am Ende blicken Familien und Darsteller bereits voller Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn der Ruf „Die Wikinger kommen!“ erneut über den Strand hallt.
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