Bordesholmer Universitätstag: Klimafolgen und Kultur im Fokus
Beim 27. Universitätstag in Bordesholm referierte eine Kieler Professorin über die weltweite Verschiebung der Jahreszeiten. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen bot das Programm auch historische Einblicke und ein Konzert.
Verschobene Jahreszeiten? Hauptsache, das Schmuddelwetter hält sich an den Zeitplan.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der 27. Bordesholmer Universitätstag hat Wissenschaft, Kultur und Musik auf der historischen Klosterinsel zusammengebracht. Im Mittelpunkt stand unter anderem ein Vortrag über die weltweite Verschiebung der Jahreszeiten und deren konkrete Folgen für die heimischen Wälder. Ein vielseitiges Programm aus Ausstellungen, Vorträgen und einem Konzert bot den Besuchern ein breites Spektrum an Erkenntnissen. Der Universitätstag erinnert an die Gründung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vor 361 Jahren durch Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf, die aus der Lateinschule der Klosterinsel hervorging. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von Gemeinde Bordesholm, Klosterkirchengemeinde, Kulturverein Bordesholmer Land und Bordesholmer Sektion der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft. Den Auftakt bildete ein Gottesdienst in der Klosterkirche mit Pastor Dr. Maximilian Kröger. Anschließend konnten die Besucher unter der Anleitung von Dr. Dietmar Vogel und dessen Frau in das Leben des im 19. Jahrhundert nach Peru ausgewanderten Ingenieurs und Forschers Hans Hinrich Brüning aus Hoffeld eintauchen. Die zugehörige Ausstellung ist noch bis zum 27. September im Gewölbekeller zu sehen.
Klimawandel verschiebt die Jahreszeiten
Trotz hoher Temperaturen und Sonnenschein fanden sich rund 50 Zuhörer ein, um den Ausführungen von Prof. Dr. Karin Krupinska vom Botanischen Institut der Universität Kiel zu folgen. Wie die shz berichtet, verdeutlichte die Wissenschaftlerin, dass sich die jährlich wiederkehrenden Entwicklungsstadien von Pflanzen weltweit verschieben. So verlagern sich beispielsweise die Hasel- oder Lindenblüte im Frühjahr deutlich nach vorn, während sich der Herbst nach hinten verschiebt. Dies lasse sich nicht nur durch Messreihen des Deutschen Wetterdienstes nachweisen, sondern auch durch historische Aufzeichnungen aus Japan, der Schweiz und England sowie durch Satellitendaten.„Diese Daten zeigen eindeutig: Die Jahreszeiten verschieben sich“, erklärte Krupinska. Gleichzeitig litten die Wälder zunehmend unter Hitze und Trockenheit, was ihre Fähigkeit zur Speicherung von Kohlendioxid verringere. Als Gegenmaßnahmen nannte die Professorin den Umbau zu widerstandsfähigen Mischwäldern sowie einen verbesserten Schutz von Wäldern und Mooren als wichtige Kohlenstoffspeicher.
Musikalischer Ausklang in der Klosterkirche
Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Konzert „Jubilate“ in der Klosterkirche. Der Universitätschor Kiel und Mitglieder des Collegium Musicum Kiel präsentierten unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Daniel Kirchmann mehrchörige Werke aus fünf Jahrhunderten, darunter Kompositionen von Heinrich Schütz, Giovanni Gabrieli, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn. Durch die Verteilung der Chormitglieder auf den Emporen und in der Mitte des Kirchenschiffs entstand dabei ein besonderes Klangerlebnis.
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