Bedeutender Fund in Uelzen: Archäologen legen mittelalterliche Schuhmacherei frei
Auf einem Kita-Gelände im Uelzener Stadtteil Oldenstadt haben Archäologen Überreste einer hoch spezialisierten Werkstatt aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. Die Funde belegen frühe Handelskontakte und ein florierendes Handwerk in der Region.
Wie die Stadt mitteilte, zeigen Lederreste, Holzfunde und Werkstattspuren, dass an diesem Ort ein hoch spezialisiertes Schuhmacherhandwerk ausgeübt wurde. Besonders die gefundenen Reste von Schuhen aus Ziegenleder zeugen von einer anspruchsvollen Produktion. Diese galten im Hochmittelalter als wertvolle Ware und waren vor allem wohlhabenden Menschen vorbehalten, wie die Tagesschau berichtet.
Präzise Datierung durch Holzfunde
Eine besondere Bedeutung kommt den hölzernen Funden zu. Die Pfosten eines ehemaligen Werkstattgebäudes konnten mithilfe der Jahresringe exakt auf den Winter 1132/1133 datiert werden. Durch diese dendrochronologische Untersuchung lässt sich die Herstellung von Schuhen in Alt-Uelzen zeitlich genau einordnen. Neben den Werkstattspuren stießen die Fachleute auf Keramikfunde, die aus dem Rheinland und dem heutigen Belgien stammen. Nach Angaben der Stadtarchäologie zeigt dies, dass die Siedlung bereits früh überregionale Handelskontakte pflegte.
Bedeutende Entdeckung für die Region
Stadt- und Kreisarchäologe Mathias Hensch spricht von einer bedeutenden Entdeckung. Die Funde würden zeigen, dass Alt-Uelzen im Früh- und Hochmittelalter wirtschaftlich gut vernetzt war. Derzeit werden die historischen Objekte am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven konserviert und eingehend untersucht.