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Widerstand gegen Windkraft: Bürgerentscheide in der Bungsberg-Region rücken näher

In mehreren Gemeinden rund um den Bungsberg formiert sich breiter Widerstand gegen geplante Windparks. Durch erfolgreiche Bürgerbegehren könnten die Einwohner im Herbst in bis zu vier Kommunen über die Projekte abstimmen.

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Wind haben wir hier ja genug. Aber über die Spargel lässt sich streiten. — Rocky, Chefkolumnist
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In der Region um den Bungsberg formiert sich breiter Widerstand gegen mehrere geplante Windparks, sodass die Bürger im Herbst in bis zu vier Gemeinden an die Urne treten könnten. Grund dafür sind erfolgreiche Bürgerbegehren, die sich gegen die Aufstellungsbeschlüsse der jeweiligen Gemeindevertretungen richten. Die Ergebnisse dieser anstehenden Bürgerentscheide sind für die betroffenen Kommunen bindend.
Wie die shz berichtet, befürchtet der 52-jährige Alexander Beier aus Kirchnüchel erhebliche Beeinträchtigungen durch einen geplanten Windpark der Firma „Hanse Windkraft“, der fünf Anlagen umfassen soll. „Hier soll eine der Anlagen stehen“, sagt Beier und zeigt in nordöstliche Richtung. In östlicher Richtung sei eine weitere geplant: „Genau dort geht die Sonne auf, dann habe ich hier den Schattenwurf.“ Von seinem Grundstück betrage der Abstand zu den Anlagen weniger als 1000 Meter, zudem befürchtet er Lärm. Auch zu einem anderen Wohnhaus liege der Abstand nur bei rund 500 Metern, während in weiteren Ortsteilen die Abstände ebenfalls teilweise unter 1000 Metern lägen. Die geplanten Anlagen sollen eine Gesamthöhe von 261 Metern erreichen.

Bürgerbegehren in Kirchnüchel erfolgreich eingereicht

Bereits am 26. März fasste die Gemeindevertretung den Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Flächennutzungsplans, um die Anlagen zu ermöglichen. Beier erfuhr erst später davon und mobilisierte daraufhin mit zwei Mitstreitern den 180-Einwohner-Ort für ein Bürgerbegehren. Dieses richtete sich auch gegen ein zweites Windkraftprojekt der Hamburger Firma „WPD onshore“ in Kirchnüchel. Die Beteiligung war hoch: Fast die Hälfte der Wahlberechtigten unterschrieb, obwohl 15 Prozent ausgereicht hätten. Am 23. Juni reichte Beier das Bürgerbegehren ein. Er kritisiert die Informationspolitik der Gemeinde: „Warum hat die Gemeinde das nicht für ein so aufwühlendes Thema wie die Windkraft gemacht?“, fragt der Kirchnücheler mit Verweis auf frühere öffentliche Informationen zum Thema Glasfaser.

Widerstand in mehreren Gemeinden der Region

Das in Hamburg und Husum ansässige Unternehmen Hanse Windkraft, das zu den Münchener Stadtwerken gehört, sieht sich in der gesamten Bungsberg-Region mit Protesten konfrontiert. Neben Kirchnüchel hatte die Firma Planungen in Malente und Högsdorf mit insgesamt vier Anlagen, in Kasseedorf mit sieben Anlagen sowie in Schönwalde mit drei Anlagen angeschoben. Während der Planungsausschuss in Malente das Vorhaben ablehnte, stimmten die Gremien der anderen Kommunen für die Aufstellungsbeschlüsse. In Kasseedorf ist nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren bereits ein Bürgerentscheid für den 13. September anberaumt. In Schönwalde reichte die Initiative „Schutzgemeinschaft Bungsberg“ am 6. Juli ihre Unterschriftensammlung beim Amt Ostholstein-Mitte ein, wobei laut Angaben auf ihrer Homepage 40 Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben haben.

Entscheidung durch die Bürger steht bevor

Auch aus Kirchnüchel und Högsdorf liegen Unterschriftenlisten vor, wie Leitender Verwaltungsbeamter des Amts Lütjenburg Kristian Krumbeck bestätigt. Er geht von kommenden Bürgerentscheiden aus: „Zumindest gab es genügend Unterschriften, darauf kommt es an“, erklärte er. Die Kommunalaufsicht des Kreises Ostholstein prüft derzeit die Bürgerbegehren, Ergebnisse werden in ein bis drei Wochen erwartet. Termine für die Bürgerentscheide im September oder Oktober seien wahrscheinlich. Da die geplanten Windparks nicht in Windvorranggebieten liegen, sind diese Bürgerbegehren und -entscheide rechtlich möglich. Hanse Windkraft möchte den Weg mit den Gemeinden weitergehen, sofern diese bereit sind. „Wir warten jetzt darauf, wie sich die gesellschaftliche Akzeptanz entwickelt“, erklärt Geschäftsführer Felix Marquardt.

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