Traditionelle Einladung: Hochzeitsbitter laden in Uthlede zur Silberhochzeit
Trotz moderner Kommunikationsmittel setzt ein Ehepaar aus Uthlede auf die traditionelle Einladung durch Hochzeitsbitter. Die Boten überbringen die Nachricht im schwarzen Anzug und mit Zylinder.
Einladung per Whatsapp? Ne, Zylinder auf und losgegangen. Das hat noch Stil.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
In Uthlede wird eine alte Tradition gepflegt: Trotz moderner Kommunikationsmittel wie E-Mail oder Whatsapp setzt ein Ehepaar für seine Silberhochzeit auf die Dienste von Hochzeitsbittern. Die beiden Boten überbringen die Einladungen im traditionellen Gewand direkt im Dorf. Die traditionelle Form der Einladung nutzen Jens Altrock und seine Frau Ines für ihre anstehende Silberhochzeit. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, hatte das Silberpaar bereits vor 25 Jahren bei der grünen Hochzeit auf diesen Brauch gesetzt. Damals wie heute übernehmen Freunde des Brautpaares die Aufgabe der Hochzeitsbitter.
Traditionelles Outfit mit Zylinder und Handstock
Für ihren Gang durch das Dorf tragen Hochzeitsbitter Uwe Mehrtens und Fritz Bühring einen schwarzen Anzug und einen Zylinder. Zu dieser traditionellen Ausstattung gehört zudem ein Handstock. Jedes eingeladene Paar bindet eine bunte Schleife an diesen Stock.
Historischer Hintergrund des Brauchtums
Früher gab es in einigen Dörfern feste Personen, die das Amt des „Inbitters“ bei allen Hochzeiten und auch bei Beerdigungen ausübten. Heutzutage ist der Begriff „Hochzeitsbitter“ vielen jüngeren Menschen nicht mehr geläufig. Manche vermuteten hinter dem Wort einen Magenbitter, der nach dem üppigen Hochzeitsessen gereicht wird. Nach alter Tradition erhalten die Überbringer von guten sowie schlechten Nachrichten als Dank für ihre Dienste einen Schnaps zu trinken. Der plattdeutsche Spruch der Hochzeitsbitter endet mit den Worten: „So, nun köönt wie nich mehr schnacken, bi lüttjen fangt de Tung all an to backen.“
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