Die Stadt Husum möchte ihr Angebot an Festen neu organisieren, um die Attraktivität an der Westküste weiter zu steigern. Derzeit laufen im Hintergrund Gespräche über die künftige Aufgabenverteilung.
Mehr Feste an der Westküste? Solange das Bier kalt bleibt, bin ich dabei.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Stadt Husum plant eine Neuausrichtung ihrer Stadtfeste, um das Veranstaltungsangebot an der Westküste weiter zu stärken. Während andere Kommunen ihre Programme reduzieren, soll Husum zur erlebnisstärksten Hafenstadt der Region weiterentwickelt werden. Über die künftige Organisation und Zuständigkeiten wird derzeit im Hintergrund verhandelt. Vom Krokusblütenfest im März über die in diesem Jahr erstmals gefeierten Piratentage bis hin zu den Krabbentagen im Oktober verfügt Husum über ein breites Angebot an Festivitäten. Nun sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. In den vergangenen Jahren war die Messe Husum und Congress (MHC) maßgeblich in die Organisation eingebunden. Werbegemeinschaft und MHC sowie Bürgermeister Martin Kindl (CDU) stimmen darin überein, dass diese Kompetenz und Erfahrung der MHC auch zukünftig eine tragende Säule des Angebots sein wird.
Pläne zur Weiterentwicklung
Es besteht das gemeinsame Ziel, Husum zur erlebnisstärksten Hafenstadt an der Westküste zu formen. Dies erklären MHC-Geschäftsführer Mirko Arend, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Christian Rugen und Bürgermeister Martin Kindl (CDU) gemeinsam. Wie weit die Pläne bereits gediehen sind, teilen die Beteiligten bislang nicht mit. Auf der Tagesordnung der Stadtvertretung vom 2. Juli stand bereits der Punkt „Beratung und Beschlussfassung über die Organisation des Stadtmarketings“, welcher jedoch vom Bürgermeister zurückgezogen wurde. Als Grund dafür führt die Stadt auf Nachfrage der shz an: „Der Punkt wurde zurückgezogen, da noch keine Beschlussvorlage durch den Hauptausschuss vorlag.“ Der Hauptausschuss hatte das Thema eine Woche zuvor auf der Tagesordnung.
Historischer Rückblick der Zuständigkeiten
Die Zuständigkeiten für die Stadtfeste wechselten in der Vergangenheit mehrfach. Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre lag die primäre Verantwortung für Großevents wie das Krokusblütenfest, die Hafentage und die Krabbentage bei der Werbegemeinschaft Husum, dem Zusammenschluss der lokalen Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister. Da die Feste der Belebung der Innenstadt dienten, organisierten Akteure aus der Kaufmannschaft das Programm weitgehend ehrenamtlich. Prägende Figuren waren in diesem Zeitraum unter anderem Peter Cohrs, ein bis heute zentraler Akteur in der Stadt, sowie Charly Häuber, die über Jahre die Veranstaltungsleitung bildeten. Für die technische und logistische Umsetzung wurde auf private Partner wie den W. Bossen Eventservice zurückgegriffen.
Strukturelle Neuordnung ab 2016
Mit den Vorbereitungen zur 35. Auflage der Husumer Hafentage im Jahr 2016 stießen die ehrenamtlichen Strukturen an ihre Grenzen. Die Stadt Husum und die Wirtschaftsverbände übergaben die Gesamtverantwortung für die drei traditionellen Großevents daraufhin an die MHC. Die MHC gliederte die Feste in ihren Geschäftsbereich Stadtmarketing ein, oft gebündelt unter der Marke „Husum Erleben“. Eine fest angestellte, professionelle Projektleitung der Messe ersetzte das Händlerkomitee. Die Übergabe bedeutete jedoch keinen vollständigen Rückzug der Kaufmannschaft. Die MHC fungiert seither als rechtlicher und operativer Veranstalter und trägt das wirtschaftliche Risiko, während die Werbegemeinschaft die Feste über verkaufsoffene Sonntage mit dem Handel verzahnt. Zudem setzt die Werbegemeinschaft weiterhin eigene Akzente, etwa durch das 2024 erstmals angebotene Lichterfest und die Piratentage, die Mitte Mai trotz regnerischen Wetters eine gute Resonanz fanden.
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