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Bürgerumfrage zur Innenstadtsanierung in Schleswig: Das vermissen die Einwohner

Nach dem Abriss von Parkhaus und ZOB schreitet die Sanierung der Schleswiger Innenstadt voran. Eine Umfrage zeigt nun, welche Geschäfte, Freizeitangebote und Verweilmöglichkeiten sich die Bürger für das Zentrum wünschen.

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Keine großen Ketten? Mir reicht ein ordentlicher Fischkopp-Imbiss im Zentrum völlig aus. — Rocky, Chefkolumnist
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Nach dem Abriss des Parkhauses und des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) werden die ersten Veränderungen der großflächigen Sanierung des Schleswiger Zentrums sichtbar. Eine aktuelle Umfrage auf Facebook und der Homepage der Redaktion zeigt nun, was den Bürgerinnen und Bürgern im Zentrum am meisten fehlt. Das Millionenprojekt soll in den kommenden Jahren unter anderem ein neues Parkhaus und ein Bürgerforum hervorbringen.
Die Sanierung des Schleswiger Zentrums ist ein langfristiges Projekt. Ab dem Jahr 2029 sollen auch die Ladenstraße sowie die Plätze im Bereich zwischen Poststraße und Gallberg neu gestaltet werden, wie die shz berichtet. Seit wenigen Wochen hat die Innenstadtsanierung mit Koordinatorin für Projektkommunikation im Bauamt Sonja Riebandt zudem eine neue Ansprechpartnerin. Eine aktuelle Umfrage mit insgesamt 82 Kommentaren auf Facebook verdeutlicht jedoch, dass viele Bürger mit dem derzeitigen Zustand unzufrieden sind. Einige beklagen eine zunehmende Verödung und Monotonie durch eine starke Präsenz von Billiganbietern. Ein Facebook-Nutzer wünscht sich beispielsweise „weniger Ramsch-Läden wie Tedi und Co., weniger Döner-Buden – das sind einfach zu viele“.

Kritik an Monotonie und fehlenden Großketten

Der Ruf nach größeren Ketten wie „Mediamarkt“ oder „New Yorker“ ist nicht neu. Bereits vor drei Jahren gab es ähnliche Umfrageergebnisse. Stadtmanager Helge Schütze und Maklerin Bente Hansen erklärten damals, dass die Kaufkraft in Schleswig für größere Ketten nicht ausreiche, da diese sich eher an Städten ab 50.000 Einwohnern orientieren. Zwar gebe es laut Schütze aktuell durchaus gewerbliche Interessenten, diese würden jedoch zunächst den weiteren Verlauf der Innenstadtsanierung abwarten, bevor sie sich festlegen.

Mangelnde Kundschaft und fehlende Verweilorte

Viele Kommentatoren äußern Verständnis für das zögerliche Verhalten der Geschäftsleute in einer Kleinstadt. Ein Kommentator schreibt bei Facebook: „Wir sind nicht in Hamburg oder in München. Wir sind in einer Kleinstadt.“ Dies merkten nicht nur große Ketten, sondern auch kleine, inhabergeführte Läden. Wochenmarkt-Beschicker Torge Mietling sieht das Problem vor allem im Mangel an Kunden: „Es kommen keine tollen Geschäfte oder Cafés aus heiterem Himmel. Die schauen sich die Besucherzahlen an und brechen dann vor Lachen zusammen.“ Auch Autor und Museumspädagoge Jens Nielsen kritisiert die Struktur der Innenstadt: „Die Ladenstraße ist wie ein Schlauch, der die Passanten so durchsaugt. Jeder eilt gezielt zu dem Geschäft, wo er hin will. Es fehlt an Orten zum Verweilen, zum Nichtstun.“ Zudem fehle es an Gastronomie, die abends geöffnet hat. „Ab 18 Uhr ist die Stadt noch trauriger als tagsüber“, schreibt Gabi Müller aus dem Schleswiger Umland. Auch konsumfreie Bereiche wie Begrünungen, Schattenplätze oder Wasserspiele werden vermisst.

Wünsche der jüngeren Generation und Sehnsucht nach Nostalgie

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das unzureichende Freizeitangebot für jüngere Zielgruppen. Gewünscht werden Spielparadiese sowie familienfreundliche Cafés mit Spielecken. Ein Kommentar verdeutlicht diesen Frust: „Mehr für junge Menschen!!! Sonst ziehen sie einfach weg!!! Es gibt absolut nichts!!!!!“ Auch fehlende oder teure Parkplätze in Zentrumsnähe werden genannt, obwohl die Stadt am alten ZOB zuletzt 50 neue, zunächst kostenlose Parkplätze als Ersatz geschaffen hat. Schließlich spielt auch Nostalgie eine Rolle. Eine Kommentatorin erinnert sich an früher: „Früher war die Innenstadt echt toll. Es gab viele verschiedene Geschäfte. Dann diese Schaukel-/Wippteile für Kids in der Innenstadt, am Capitolplatz das Café mit dem leckeren Kartoffelsalat. Einmal im Jahr kam vom Spielzeugladen so ein Typ mit einem riesigen fahrbaren Playmobil-Menschen, der einen begrüßte. Ein Abenteuer war die Stadt. Ich hoffe, dieses Feeling kommt zurück“.

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