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Schleswig-Holstein plant massiven Ausbau des Schienennetzes bis 2031

Mit dem neuen landesweiten Nahverkehrsplan soll der Schienenverkehr durch mehr Kapazitäten, neue Haltepunkte und die Elektrifizierung der Marschbahn gestärkt werden.

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Mehr Züge nach Hamburg? Hauptsache, sie bringen mich schnell wieder zurück an den Deich. — Rocky, Chefkolumnist
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Schleswig-Holstein plant einen umfassenden Ausbau des Schienenverkehrs im Rahmen des sechsten landesweiten Nahverkehrsplans von 2027 bis 2031. Vorgesehen sind unter anderem Kapazitätserweiterungen durch Doppelstockzüge, neue Regio-S-Bahnen sowie die Elektrifizierung der Marschbahn. Ziel ist es, den steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden und verbesserte Verbindungen anzubieten.
Wie die Tagesschau berichtet, nutzen immer mehr Menschen den Nahverkehr in Schleswig-Holstein, wodurch manche Verbindungen an ihre Grenzen geraten. Für Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) ist dies eine erfreuliche Nachricht, für die eng stehenden Berufspendler soll es im neuen Nahverkehrsplan jedoch Abhilfe geben. Geplant sind Doppelstockzüge auf den Linien RB 61 von Hamburg nach Itzehoe und RB 71 von Hamburg nach Wrist (Kreis Steinburg). Längere Züge sollen zudem die Kapazitätsprobleme beim RE72 zwischen Kiel und Flensburg, beim RE74 von Kiel nach Husum und bei der RB 84 von Kiel nach Lübeck lösen.

Neue Haltepunkte im Großraum Kiel und Flensburg

Die Bahnstrecke von Kiel über Probsteierhagen zum Schönberger Strand im Kreis Plön soll als Regio-S-Bahn reaktiviert werden. Zudem soll ein stündlicher Preetz-Pendel RB87 mit Halten in Kiel-Elmschenhagen, Raisdorf, Schwentinental Ostseepark, Preetz Nord und Preetz Krankenhaus verkehren. Flensburg soll einen Innenstadtbahnhof am ZOB sowie einen Halt in Flensburg-Weiche erhalten. Weitere Haltepunkte sind an der Exe und am Zentralkrankenhaus vorgesehen, um die Innenstadt für Bahnreisende besser erreichbar zu machen. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 100 Millionen Euro, wobei die zeitliche Perspektive für die Umsetzung laut Nahverkehrsplan noch offen ist.

Bessere Verbindungen nach Hamburg und Elektrifizierung der Marschbahn

Für Pendler in Richtung Hamburg sind ebenfalls Verbesserungen geplant. Die erweiterte S5 soll von der Hansestadt über Quickborn und Henstedt-Ulzburg nach Kaltenkirchen führen, wofür die AKN-Strecke ausgebaut und elektrifiziert wird. Dadurch entfallen Umstiege in HH-Eidelstedt, bei einer geplanten Taktung von 20 Minuten unter der Woche. Dieses Projekt soll bis Dezember 2028 fertiggestellt sein und insgesamt 270 Millionen Euro kosten. Ein weiterer Ausbau betrifft die S4 von Hamburg über Ahrensburg und Bargteheide nach Bad Oldesloe, deren Gesamtinbetriebnahme für 2029 vorgesehen ist. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 1,8 Milliarden Euro (Stand 2018), wobei sich Teile des Projekts bereits im Bau oder im Planfeststellungsverfahren befinden.
An der Westküste soll die Marschbahn elektrifiziert werden, um den Betrieb klimafreundlicher zu gestalten. Laut Nah.SH verbraucht eine Diesel-Lok von Hamburg-Altona bis nach Westerland auf Sylt 1.200 Liter Treibstoff. Durch die Elektrifizierung können laut Nahverkehrsplan jährlich 65.000 Tonnen Kohlendioxid und 15 Millionen Liter Diesel eingespart werden. Die Inbetriebnahme ist für 2030 geplant, die Kosten für Bund und Land liegen bei 745 Millionen Euro.

Kritik von der Opposition

Der Plan stößt auf geteiltes Echo. Sybilla Nitsch sieht im Nahverkehrsplan Licht und Schatten. Während sie den Bahnausbau in der Flensburger Innenstadt lobt, kritisiert sie, dass der Busverkehr zu wenig mitgedacht sei, da steigenden Kosten des Busverkehrs ein gleichbleibendes Budget gegenüberstehe. Christopher Vogt von der FDP mahnt, dass die Projekte des Nahverkehrsplans auch umgesetzt werden müssten. Er findet, Nahverkehr habe unter Schwarz-Grün massive Rückschritte gemacht.

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