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Natürliche Kühlung: Wie das Gründerzentrum Luniq in Bremerhaven ohne Klimaanlage auskommt

Das im Bau befindliche Gründerzentrum Luniq setzt auf ein intelligentes Low-Tech-Energiekonzept. Durch ein offenes Atrium und natürliche Belüftung soll das Gebäude auch künftigen Hitzeperioden standhalten.

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Fenster auf im Sommer? Kenn ich. Nennt sich bei uns einfach stramme Brise. — Rocky, Chefkolumnist
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Das nachhaltige Gründerzentrum Luniq im Süden Bremerhavens setzt auf ein komplexes und intelligentes Low-Tech-Energiekonzept. Eine zentrale Rolle für den Hitzeschutz und die Gebäudekühlung spielt dabei ein Atrium, das sich über alle vier Stockwerke erstreckt. Durch natürliche Belüftung und spezielle Speichermassen soll das Gebäude auch zukünftigen Hitzeperioden ohne klassische Klimaanlagen trotzen.
Das Konzept soll nicht nur das Klima regulieren, sondern auch den Austausch der Menschen im Gebäude fördern. Es bestand der Wunsch, dass die Nutzer des Luniq im Kontakt sind, sich austauschen und voneinander profitieren, statt isoliert in ihren Stockwerken zu arbeiten. „Das konnten wir verknüpfen“, sagt Architekt Jörg Finkbeiner vom Büro Partner und Partner in Berlin. Der innen liegende Schacht mit Treppen und offenen Nutzungszonen dient somit gleichzeitig der natürlichen Belüftung und dem Hitzeschutz des großen Neubaus. Das Prinzip ähnelt dem klassischen Querlüften an heißen Tagen, bei dem abends und nachts durch geöffnete Fenster kühlere Luft nachströmt.

Thermische Simulation für die Zukunft

Die Architektin Prof. Angèle Tersluisen und ihr Team von EE-Concept haben für das im Bau befindliche Gründerzentrum simuliert, welchen Klimabedingungen das Gebäude in den 2040er Jahren ausgesetzt sein wird, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Da heiße Tage und längere Hitzeperioden infolge des Klimawandels zunehmen – bereits im Juni 2026 wurden in Bremerhaven und Bremen über 35 Grad gemessen –, war eine Anpassung des Gebäudes notwendig.Entstanden ist ein Energiekonzept, das mit sehr wenig Technologie auskommt. „Damit spart man Investitionen, aber auch Betriebs- und Folgekosten“, sagt Finkbeiner. Die natürliche Belüftung nutzt das physikalische Prinzip des Kaminzugs, bei dem warme Luft aufsteigt und kalte Luft nachzieht. „Die Nutzer sollen abends die Fenster öffnen“, so Finkbeiner. Dafür sind die Fenster mit speziellen Klappen mit Luftleitlamellen ausgestattet, während weitere Klappen im Dach über dem Atrium die warme Luft entweichen lassen.

Speichermassen und Geothermie

Um ein Aufheizen des Gebäudes am Tag zu verhindern, setzen die Planer auf offene, direkt zugängliche Speichermassen, die thermische Energie aufnehmen. Die Architekten wählten eine offene Baustruktur mit Materialien, die Wärme tagsüber aufnehmen und abends wieder abgeben. Aus diesem Grund werden die Holzdecken nicht abgehangen, und der Estrich-Boden fungiert als Energiespeicher.Ergänzt wird das Konzept durch eine Wärmepumpe und aktivierte Gründungspfähle, deren Kreislauf sich umkehren lässt, um Wärme ins Erdreich abzuführen. „Klimaanlagen sind Teil des Klimaproblems, das vergessen viele“, sagt Tersluisen. Sie verweist hierzu auf eine Studie für Paris, die zeigt, wie sich ein Quartier erwärmen würde, wenn alle Klimaanlagen nutzen und warme Luft nach draußen leiten würden. Im Luniq werden stattdessen Fußbodenheizung und Geothermie zur Kühlung genutzt. Zudem spielt das Verhältnis von Fenster- zu Wandfläche eine Rolle: Die helle Fassade besteht zu 60 Prozent aus Recyclingglas, während ein außenliegender Sonnenschutz aufgrund der Windlast nicht realisiert werden konnte.

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