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Freiwillige Feuerwehr in Tinningstedt verzeichnet deutlichen Mitgliederzuwachs

Während viele Gemeinden über Nachwuchsmangel klagen, freut sich die Freiwillige Feuerwehr in Tinningstedt über sieben neue Aktive. Wehrführer Thomas Schoof und sein Stellvertreter Marc Pagel erklären den Erfolg.

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Sieben Neue auf einmal? Da brennt im Dorf zukünftig wohl gar nichts mehr an. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Freiwillige Feuerwehr in der 250-Seelen-Gemeinde Tinningstedt verzeichnet in diesem Jahr einen außergewöhnlichen Zuwachs von sieben neuen aktiven Mitgliedern. Während in anderen Gemeinden die Vereine und Feuerwehren immer größere Schwierigkeiten haben, genügend Ehrenamtliche zu finden, erreicht die Quote in dem kleinen Ort nahe Leck fast 15 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt zählt die Wehr inklusive der Ehrenabteilung 37 Mitglieder.
In dem idyllischen Örtchen zwischen Klixbüll, Karlum und dem Lecker Flugplatz läuft die Nachwuchsgewinnung anders als in vielen Nachbarorten, wie die shz berichtet. Wehrführer Thomas Schoof, gebürtiger Tinningstedter, der seit 2007 wieder im Ort lebt, trat der Feuerwehr im Jahr 2008 bei. „Das macht man auf dem Dorf so“, erklärt er beim Gespräch im Feuerwehrhaus. Nach seiner Arbeit auf Sylt bringt er monatlich etwa fünf Stunden für Gruppenabende und Übungen ein. Hinzu kommen Einsätze, bei denen die Truppe gemeinsam mit den kleinen Nachbargemeinden zu Bränden oder Unfällen gerufen wird.

Persönliche Wege zur Feuerwehr

Bei stellvertretender Wehrführer Marc Pagel gab ein T-Shirt den Anstoß. Er wurde für das Fußballteam der Freiwilligen Feuerwehr angeworben, weil bei einem Turnier zu wenig Spieler da waren. Das Mannschafts-T-Shirt durfte er anschließend nur behalten, weil er sich als aktives Mitglied meldete. Das war im Jahr 2018, und im Juni wurde er zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Sein Wunsch an die Politik lautet, dass ehrenamtliches Engagement bei der Rente angerechnet werden sollte.

Engagement für das Dorfleben

Die Freiwillige Feuerwehr engagiert sich in Tinningstedt auch über ihre Kernaufgaben hinaus für das Dorfleben. Im Winter finden regelmäßig Spieleabende statt, und neben dem Feuerwehrfest wird mit dem örtlichen Ringreiterverein das Kinderfest organisiert. „Davon lebt ein Dorf“, ist Thomas Schoof überzeugt. „Wenn das nicht mehr gemacht wird, ist hier tote Hose.“Darum scheuen sich die Feuerwehrleute auch nicht, Nachbarn und Zugezogene direkt anzusprechen – und beweisen dabei auch mal ganz gehörige Hartnäckigkeit. „Wir haben bei dem einen oder anderen echt viel Vorarbeit geleistet, um ihn zu überzeugen, und immer wieder auf ihn eingeredet“, berichtet Wehrführer Thomas Schoof. Marc Pagel ergänzt: „Es ist im Prinzip Ehrensache, wenn man ein Haus hat, dass man auch bei der Feuerwehr aktiv ist.“Mit einem hartnäckigen Vorurteil räumt das Führungsduo auf: So müssen neue Mitglieder nicht supersportlich sein und keinen Einstellungstest bestehen. Denn es findet sich für jedes Alter und jede Fitness ein Einsatzbereich, wie etwa Straßen absperren, Geräte ausgeben oder die Social-Media-Kanäle betreuen. Trotz der Freude über den Zuwachs hat Thomas Schoof noch einen Wunsch: einen automatischen Schlauchaufwickler.

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