AI generated
2. August 1703

Originaleintrag, von KI überarbeitet

Der Caper Lovis Lamell vor Helgoland: Verwundete ohne Zuflucht

Am 30. August 1703 erscheint vor Helgoland der Kaperkapitän Lovis Lamell auf der Rhede. Er führt ein bewaffnetes Schiff, das zuvor bereits auf eine holländische Galiot sieben Flintenschüsse abgegeben hat. Die Lage ist angespannt: Der Seekrieg im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs macht die Nordsee zu einem gefährlichen Raum, in dem Kaperschiffe im Auftrag ihrer Kronen feindliche Handelsschiffe aufbringen.

Der Kaper versucht, mit den Inselbehörden in Verbindung zu treten. Zunächst schickt er seinen Schreiber mit einem Brief an Land, um zu erfahren, wie er sich im Hafen zu verhalten habe. Vor allem wünscht er, seine verwundeten Seeleute an Land bringen zu dürfen. Die Bitte wird vom Obristleutnant und dem Rat der Insel jedoch ausdrücklich abgelehnt. Man erlaubt lediglich, dass Lovis Lamell persönlich und sein Leutnant an Land kommen dürfen.

Am Nachmittag desselben Tages erscheint der Kapitän mit einigen Offizieren in Helgolands Dorf. Im Haus des „Meisters“ – eines örtlichen Amtsträgers – ersucht er um Lebensmittel: Hühner, Schafe und Eier gegen bares Geld. Zugleich bittet er, mit seinem ebenfalls am Arm verwundeten Leutnant an Land bleiben zu dürfen. Die Helgoländer tragen die beiden Verletzten in den Sand, vermutlich in eine einfache Unterkunft nahe der Düne. Das Verhalten der Inselbehörden zeigt die heikle Neutralitätslage Helgolands: Man nimmt den Kapitän selbst auf, verweigert aber die breite Aufnahme seiner verwundeten Mannschaft, um nicht tiefer in die Konflikte der europäischen Seemächte hineingezogen zu werden.

Quelle: Bolzendahlsche Chronik Helgolands · Originaleintrag, redaktionell lesbar gemacht.

← Der Caper Lovis Lamell vor Helgoland alle Einträge aus 1703 Kaperkapitän Lamell vor Helgoland →