Helgoland berät über Rückkehr von Winterpauschalen für Touristen
Auf Helgoland wird über die Wiedereinführung beliebter Winterangebote beraten. Damit soll der schwachen Auslastung der Unterkünfte in den kalten Monaten entgegengewirkt werden.
Den Antrag zur Wiedereinführung stellte die SPD-Fraktion. Die Fraktion erinnerte an früher erfolgreiche Angebote wie Karnevalsauszeiten, Hochzeitspakete und diverse Winterpauschalen, die die Gästezahlen merklich erhöht hatten. Nach Gesprächen mit Vermietern berichtete die Fraktion, dass diese in den Wintermonaten erhebliche Schwierigkeiten hätten, ihre Betriebe zu füllen, und die Pauschalen vermissten. Einige Hoteliers erwägen wegen der geringen Auslastung im Januar und Februar sogar eine zeitweise Schließung.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die Verwaltung bestätigte das Ziel, die Wintersaison zu stärken. Dass die Hochzeitspauschale weggefallen sei, liege an schwierigen Terminfindungen mit dem Standesamt. Zudem erschwere die geringe Zahl geöffneter Unterkünfte im Winter die Planung. Ein Ausschussmitglied widersprach der Darstellung, es sei schwer, Hotels für Pauschalen zu gewinnen, und verwies auf einen deutlichen Rückgang der Buchungen seit dem Wegfall der sogenannten Robbenpauschale.
Tourismusdirektorin Katharina Schlicht legte dar, dass das Erfahrungswissen zu diesen Angeboten stark auf einzelne Personen konzentriert gewesen und durch personelle Veränderungen verloren gegangen sei. Die Verwaltung arbeite an einer Standardisierung der Abläufe. An der Wiedereinführung von Angeboten wie der Robbenpauschale und der Winterauszeit werde trotz Personalengpässen bereits gearbeitet. Wichtig sei jedoch, zunächst den Winterfahrplan der Reedereien abzuwarten, da dieser die Kalkulation stark beeinflusst.
Zeitplan und Vorschläge aus der Politik
Aus der Verwaltung hieß es, die Planungen für die Pauschalangebote seien fertig und müssten nur noch angepasst werden. In der Woche nach der Sitzung sollten sie auf der Internetseite veröffentlicht werden. Die Angebote für November bis Mitte Dezember sind anders gestaltet als diejenigen nach den Weihnachtsferien, da in diesem Zeitraum das Schwimmbad überprüft wird.
Gunther Nagel von den Freien Wählern zitierte aus einem Bericht des Helgoland Tourismus-Service von September 2025, wonach Angebote wie Winterauszeit, Entspannungs- und Wohlfühltage, Helgoland entdecken und die Lummentage von den Gästen sehr gut angenommen wurden und eine zusätzliche Einnahmequelle darstellten. Er kritisierte, dass die Angebote trotz dieser Resonanz reduziert wurden. Marian-Constantin Todea aus der Gemeindevertretung schlug vor, der Reederei verbindliche Fristen für Winterpreise und Fahrpläne zu setzen, möglichst bis Ende Juli. Der Ausschuss nahm sich vor, den Punkt am 15. September 2026 wieder auf die Tagesordnung zu setzen, und regte an, die Winterangebote künftig bereits im Mai zu planen.