Sicherheitsbedenken in Nordholz: Keine Startgenehmigung für Helgoland-Flüge
Die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven verweigert der AirTaxi Express AG die Nutzung ihres Sonderflugplatzes. Grund dafür sind erhebliche Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit bei den eingesetzten Ultraleichtflugzeugen.
Auf der Nordsee ist ein zweiter Motor nie die schlechteste Idee.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Eine kommerzielle Flugverbindung zwischen dem Kreis Cuxhaven und Helgoland bleibt vorerst weiter aus. Die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven verweigert der AirTaxi Express AG aus Köln Starts und Landungen auf ihrem Sonderflugplatz. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, Passagiere von Nordholz aus zur Hochseeinsel zu fliegen. Nach eigenen Angaben der AirTaxi Express AG sind Flüge nach Helgoland nun nur noch vom JadeWeser Airport in Wilhelmshaven aus möglich. Vereinsvorsitzender Werner Spleet begründet die Entscheidung mit großen flugsicherheitstechnischen Bedenken. Bei den eingesetzten Ultraleichtflugzeugen unter 600 Kilogramm handele es sich um Luftsportgeräte, für die geringere Standards gelten als für Verkehrsflugzeuge. Dass damit gewerbliche Passagierflüge über die offene Nordsee angeboten werden, sei nur über eine rechtliche Grauzone möglich. Üblicherweise verlangen die Luftfahrtbehörden für Passagiermaschinen, die Helgoland anfliegen, aus Sicherheitsgründen zwei Motoren.
Bedenken bezüglich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit
Ehrenamtlicher Ausbildungsleiter des Vereins und Flugsicherheitsoffizier bei den Marinefliegern Marc Höner sagte, dieses Risiko wolle man nicht eingehen. Auch Fragen des Versicherungsschutzes und der Wartung seien offen. Zweifel äußern die Sportflieger zudem daran, wie sich Flüge nach Helgoland zu Preisen von zum Beispiel 48 Euro wirtschaftlich anbieten lassen.Die AirTaxi Express AG hatte den Verein in sozialen Netzwerken scharf angegriffen. In einem vielfach kommentierten Beitrag heißt es, ein paar Hobbyflieger würden wichtige Infrastruktur der öffentlichen Nutzung entziehen und damit auch Versorgungs- und medizinische Flüge zwischen Helgoland und Cuxhaven verhindern. Dem widersprechen Werner Spleet und Marc Höner deutlich: Der Verein habe immer schon geholfen. Als vereinsgeführter Sonderflugplatz sei man aber, anders als ein Verkehrsflughafen, rechtlich nicht verpflichtet, Starts und Landungen zu genehmigen. Für ihre Entscheidung hätten sie auch viel Zustimmung erhalten. Die Sportfluggruppe hat rund 300 Mitglieder und wird ehrenamtlich betrieben.
Keine schnelle Flugverbindung ab Cuxhaven in Sicht
Hintergrund ist, dass Helgoland seit dem Frühjahr 2025 ohne regulären Linienflugverkehr ist, wie die Cuxhavener Nachrichten und das Tageblatt berichten. Der Ostfriesische Flugdienst hatte seine Verbindungen von Nordholz und Büsum zur Insel ausgesetzt, weil die Zulassung seiner neuen zweimotorigen Flugzeuge vom Typ Tecnam P2006T beim Luftfahrtbundesamt auf sich warten ließ und für die alten Maschinen keine Ersatzteile mehr verfügbar waren. Für Insulaner und Gäste bedeutet der aktuelle Streit, dass eine schnelle Luftverbindung ab Cuxhaven weiterhin nicht in Sicht ist.
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