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Sommerbilanz der Nordsee: 66 Hitzewellentage vor Helgoland erfasst

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie verzeichnet den fünftwärmsten Nordsee-Sommer seit 1997. Vor Helgoland gab es an 66 Tagen marine Hitzewellen.

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Moin. 15,6 Grad Wassertemperatur? Mir ist das trotzdem noch viel zu kalt. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Gewässer rund um Helgoland gehörten im Sommer zu den am stärksten erwärmten Regionen der Nordsee. An der örtlichen Messstation wurden in diesem Jahr bereits 66 Tage mit marinen Hitzewellen gezählt. Zudem verzeichnete die Nordsee insgesamt den fünftwärmsten Sommer seit dem Jahr 1997.
Das geht aus der Sommerbilanz hervor, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilt. Als marine Hitzewelle gilt ein Zeitraum von mindestens fünf Tagen, in dem das Wasser für die jeweilige Jahreszeit und den Ort ungewöhnlich warm ist. Am ersten Juli lag die Oberflächentemperatur vor Helgoland fast vier Grad über dem Mittelwert für diesen Tag seit Inbetriebnahme der Station im Jahr 2009. Solche Phasen setzen Tiere und Pflanzen im Meer unter Druck. Für manche Arten schrumpft der Lebensraum, andere weichen in kühlere Gewässer aus, während sich nicht heimische Arten ausbreiten. Auch schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel nehmen laut Bundesamt zu.

Entwicklung der Temperaturen in der Nordsee

Insgesamt lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee im Sommer bei 15,6 Grad Celsius und damit knapp ein Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021. Das war der fünftwärmste Sommer seit 1997, nur 2025, 2003, 2014 und 2018 waren noch wärmer. Besonders die südliche Nordsee und der Ärmelkanal fielen mit Abweichungen von zwei Grad und mehr auf, in einzelnen Gebieten wurden neue Höchstwerte gemessen. Der Juni war deutlich zu warm, der August dagegen sogar etwas kühler als üblich.Leiter des Referats Marine Klimafragen beim Bundesamt Tim Kruschke sieht in den neuen Höchstwerten in der südlichen Nordsee und den 66 Hitzewellentagen vor Helgoland ein deutliches Zeichen dafür, dass sich extreme Wärmeereignisse auch in den heimischen Meeren bemerkbar machen. Zwar seien Nordsee und Ostsee weniger stark betroffen als das Mittelmeer oder der Nordostatlantik, die Temperaturen zählten aber vielerorts zu den höchsten der vergangenen Jahrzehnte. Wärmere Meere bedeuten zudem einen steigenden Meeresspiegel und damit höhere Wasserstände bei Sturmfluten, ein Punkt, der für die Hochseeinsel besondere Bedeutung hat.

Auswertung von Daten und Ausblick auf Expertenkongress

Das Bundesamt wertet wöchentlich Satellitendaten sowie Messungen von Stationen und Schiffen aus. Weitere Erkenntnisse zu Extremen im Meer will die Behörde beim ExtremWetterKongress am 23. und 24. September in Hamburg vorstellen. Auch der Spiegel und wetter.com berichten darüber.

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