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5. Februar 1704

Originaleintrag, von KI überarbeitet

Die Strandung der „Stern“ und ihre Beute

Am 1. Februar 1704 erschien vor Helgoland ein schwer mitgenommenes Schiff auf der Reede. Es war die „Stern“, geführt vom Schiffer Encke Friederichs, gekommen von Åland im Ostseeraum. Wind, See und die Winterstürme hatten das Fahrzeug beschädigt und „sehr leck“ gemacht, das Meer drang in den Rumpf, die Ankergrundlage war unsicher.

Am 5. Februar setzte die „Stern“ schließlich an den Strand. Die Ladung war beachtlich: rund 100 Last Roggen und 15 Last Weizen, ein schwimmendes Getreidemagazin in einer Zeit, in der Kornpreise und Versorgungssicherheit über Wohlstand oder Mangel entschieden. Sofort begann man zu „losen“, also die Fracht zu bergen und auszuschiffen, bevor See und Brandung sie vernichten konnten.

Am 9. Februar wurde der geborgene Roggen verteilt, gemäß dem im Nord- und Ostseeraum fest verankerten Strandrecht, das die Aufteilung zwischen Schiffseigentümer, Gebietsherr und lokalen Beteiligten regelte. Die Hälfte des Schiffers wurde in Tonnen zu 13 Talern und der fürstliche Viertelanteil zu 1 Taler an die Quartiersleute verkauft. So verwandelte sich ein Seeunglück in eine geregelte ökonomische Transaktion, in der die Insulaner, der Landesherr und der Schiffer ihren Anteil an der unplanmäßigen „Ernte“ aus der See erhielten.

Quelle: Bolzendahlsche Chronik Helgolands · Originaleintrag, redaktionell lesbar gemacht.

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