Originaleintrag, von KI überarbeitet
Das geborgene Anker der holländischen Ballastfleute
Im Dezember 1703 lag vor Helgoland eine kleine holländische Konvoiflotte auf der Reede. Unter ihrem Schutz stand eine holländische Ballastfleute, die zuvor in die Hände von Capern geraten war. Diese Kaperfahrer hatten das Schiff zeitweilig in ihre Gewalt gebracht und dabei unter anderem den Anker gekappt und preisgegeben.
Die Seestreitkräfte jener Jahre waren von ständigen Kaperfahrten geprägt. Im Spanischen Erbfolgekrieg segelten zahlreiche bewaffnete Privatleute mit Kaperbriefen, um feindliche oder neutrale Handelsschiffe aufzubringen. Vor der Elbmündung und bei Helgoland kreuzten solche Caperschiffe besonders häufig, um den Verkehr nach Hamburg und in die Nordsee zu stören.
Am 20. Dezember 1703 wandte sich der Schiffer der Capers an die örtliche Obrigkeit und erhielt einen Pass für zehn Personen. Tags darauf wurden die zehn Kaperleute mit einem einheimischen Schiffer nach Tönning verbracht – vermutlich, um sie der landesherrlichen Justiz zuzuführen. Zurück blieben ihre Spuren auf See: der von ihnen gekappte und im Fahrwasser liegende Anker der Ballastfleute.
Diesen Anker bargen nun Peter Crohn, Peter Schwede und Peter Broders von der Reede. Für die Konvoischiffe wie für die örtliche Gemeinschaft war das ein wichtiger Akt: Anker waren teure, schwer zu ersetzende Ausrüstung und zugleich Symbol für Ordnung und Wiederherstellung der legitimen Seefahrt inmitten kriegerischer Unsicherheit.