Indonesien übernimmt kostenlos den ehemaligen italienischen Flugzeugträger Giuseppe Garibaldi. Die Modernisierung und der Betrieb des Schiffes werden das Land jedoch mehrere hundert Millionen Dollar kosten.
Ein geschenktes Schiff ist schön, bis die Werkstattrechnung kommt. Moin.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der ehemalige italienische Flugzeugträger ITS Giuseppe Garibaldi ist kostenlos an Indonesien übergeben worden. Das 180 Meter lange Schiff traf nach knapp vierwöchiger Fahrt im Hafen von Jakarta ein, wobei auf den Inselstaat nun erhebliche Umbau- und Modernisierungskosten zukommen.
Einsatz für Katastrophenschutz und Feuerbekämpfung
Das Schiff, das ursprünglich für den Start von Harrier-Kampfflugzeugen gebaut wurde und rund vier Jahrzehnte lang im Dienst war, erreichte den Hafen Tanjung Priok in Jakarta am 20. September 2026. Wie das Portal gCaptain berichtet, ist für den 24. September eine formelle Zeremonie zur Umflaggung geplant, bei der das Schiff in KRI Sriwijaya umbenannt werden soll.
Die indonesischen Behörden betonen vor allem humanitäre Aufgaben und Einsätze im Katastrophenschutz für den Flugzeugträger. Insbesondere soll das Schiff zur Unterstützung bei der Bekämpfung der saisonalen Waldbrände nahe Kalimantan eingesetzt werden. Der Träger kann etwa zehn Hubschrauber und Drohnen aufnehmen. Eine zukünftige Kampfrolle sei laut Offiziellen zwar möglich, würde jedoch Begleitfahrzeuge und jahrelange weitere Entwicklungen erfordern.
Hohe Modernisierungskosten trotz kostenloser Übernahme
Obwohl Italien den Flugzeugträger kostenlos überlassen hat, entstehen für Indonesien erhebliche Kosten für die Modernisierung und den Betrieb. Die indonesischen Behörden haben eine Auslandsverschuldung von bis zu 450 Millionen US-Dollar genehmigt. Die staatliche Nachrichtenagentur Antara berichtete von geschätzten Umbaukosten in Höhe von etwa 900 Millionen US-Dollar. Für Italien vermeidet die Übergabe geschätzte jährliche Wartungskosten von 5 Millionen Euro sowie Verschrottungskosten von rund 18,7 Millionen Euro, die andernfalls für die Außerdienststellung erforderlich gewesen wären.
Die Anschaffung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Indonesiens Regierung angesichts der Sorge von Investoren über die Haushaltsdisziplin Sparmaßnahmen verfolgt und die Landeswährung Rupiah nahe Rekordtiefs notiert. Durch den Erwerb ist Indonesien nach Thailands Chakri Naruebet erst die zweite südostasiatische Nation, die einen Flugzeugträger betreibt. Die Übernahme wird als Signal für die maritimen Ambitionen Jakartas im Indo-Pazifik genau beobachtet.
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